Congstar hat ein neues Tarifangebot gestartet: fraenk bringt 4 GB LTE im Telekom-Netz für 10 Euro im Monat, kann aber nur per App registriert und per PayPal bezahlt werden. Lohnt sich das und welche Haken gibt es?

Achtung, komplizierte Familienverhältnisse: Die Telekom hat mit Congstar eine eigene Mobilfunktochter. Congstar wiederum stellt ihre Dienste diversen anderen Marken zur Verfügung, unter anderem den Supermarktketten Rewe und Penny wie Rewe und Penny. Nun gibt es eine neue Untermarke von Congstar, die ein interessantes Angebot verspricht: fraenk. Die verspricht ein einfaches Vertragskonzept: Für 10 Euro im Monat gibt es 4 GB LTE-Daten im Telekom-Netz, Allnet-Telefonie und SMS. Doch ist das ein gutes Angebot? Im Groben: ja. Doch es gibt Nachteile, die sich erst im Detail offenbaren. GIGA klärt für euch, was fraenk bietet, mal abgesehen vom etwas seltsamen Namen. Die Infos aus diesem Artikel stammen teilweise von Caschy.

fraenk: Das Angebot

Kein Blödsinn, wenig Kleingedrucktes, nur ein Tarif – das sind die Leitlinien, die das Angebot von fraenk mit seinem Markenauftritt transportiert. Klingt erst einmal ganz gut, aber wir möchten genauer hinschauen. Denn auch der fraenk-Mobilfunkvertrag – richtig, es gibt nur einen – ist trotz interessanter Ansätze nicht frei von Fallstricken. Die sollte man kennen.

Zu den Kernfakten: fraenk bietet

  • eine SMS- und Telefonie-Flat in alle deutschen Netze
  • 4 GB LTE-Datenvolumen
  • eine Download-Geschwindigkeit von maximal 25 MBit/s, maximal 5 MBit/s im Upload
  • alle Dienste im Netz der Telekom
  • eine Gebühr von 10 Euro im Monat
  • monatliche Kündbarkeit

Lassen wir die teils deutlich billigeren Tarife im o2- und im Vodafone-Netz außen vor – für so manchen Kunden ist ein Tarif im Telekom-Netz alternativlos. Auf dem Papier ist fraenk jedenfalls ein gutes Angebot, wie gesagt: fürs Telekom-Netz. Aber kein Preisbrecher, denn die ebenfalls von Congstar bereitgestellte Prepaid-Angebote von Rewe/ja! mobil und Penny bieten Tarifoptionen mit Allnet-Flat und LTE25 für vergleichbare Preise an. 3 GB Daten kosten dort jeweils 7,99 Euro für 28 Tage, 5 GB 12,99 Euro. Das fraenk-Angebot sortiert sich da ungefähr in der Mitte ein, was Preis und Datenvolumen angeht.

Dank der monatlichen Kündbarkeit bei fraenk ist man ähnlich flexibel und weil ein Kalendermonat (durchschnittlich 30,4 Tage) als Abrechnungszeitraum statt der 28-Tage-Flats bei den Prepaid-Konkurrenten aus eigenem Hause fungiert, bekommt man rechnerisch sogar noch einen kleinen Bonus heraus. Also alles gut? Nun, man sollte noch ein paar Dinge zum Angebot wissen, bevor man zuschlägt.

Vorteile, Nachteile und Besonderheiten von fraenk

Wir haben uns das Angebot ganz genau angesehen und nennen euch hier die wichtigsten Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Tarifen.

  • Vorteil/Nachteil: Alles digital. Die Bestellung erfolgt per App (iOS, Android), Der Kundenservice ist nur per Internet zu erreichen. Einfach, ja, aber für manche Nutzer auch einschränkend.
  • Vorteil/Nachteil: Alles über PayPal. Es gibt weder Bankabbuchung noch Kreditkarten oder andere Bezahlmöglichkeiten – nur PayPal. Auch hier ist das Fehlen von Optionen nicht unbedingt von Vorteil, auch wenn ein Großteil der Kunden PayPal haben wird. Ein Vorteil an der Exklusivität ist aber zumindest, dass man sich die Erst-Identifizierung per PostIdent oder VideoIdent sparen kann, die sonst bei der Registrierung einer SIM-Karte nötig ist. Man ist ja bereits über PayPal identifiziert – das reicht anscheinend.
  • Vorteil: Voice over WiFi und VoLTE. Immer noch nicht überall Gang und Gäbe, hier kann man glasklar über die Datenverbindung telefonieren – zumindest, wenn das Handy es unterstützt.
  • Vorteil: EU-Roaming in mehr Ländern. Wer sich im EU-Ausland befindet, kann unter denselben Bedingungen wie im Inland telefonieren und surfen. So weit, so gesetzlich vorgeschrieben. Klasse bei fraenk ist, dass das zusätzlich zur EU den Nicht-EU-Staaten in Großbritannien, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz möglich ist.
  • Vorteil/Nachteil: Keine Anrufe und SMS ins Ausland. Roaming im Ausland, um deutsche Nummern anzurufen oder vor Ort zu surfen ist kein Problem. Was aber, wenn man ins Ausland telefonieren will? fraenk sperrt diese Möglichkeit von Vornherein. An sich gut, denn auch auf diesem Weg wird viel Schindluder getrieben. Wenn man aber mal im Ausland ist (was gottlob ja hoffentlich irgendwann wieder der Fall sein wird), und man sich ein Taxi rufen oder den AirBnB-Vermieter anpingen will, geht das nicht.
  • Vorteil: Kostenpflichtige Sonderrufnummern gesperrt. Fast niemand ruft bewusst auf 0900er- und ähnlichen Nummern an, hier wird das Schlupfloch für viele Betrugsmaschen automatisch gestopft.
  • Vorteil: Rufnummernmitnahme zu anderem Provider kostenlos. Die Kosten für die Rufnummernmitnahme wurden zwar vom Gesetzgeber gerade auf 6,82 Euro gedeckelt, bei fraenk wird aber von vornherein keine Gebühr erhoben. Das ist fair.
  • Nachteil: Rufnummernmitnahme zu fraenk noch nicht möglich. Wer einen Neuvertrag abschließt, bekommt auch eine neue Nummer. Eine bestehende Nummer „hinüber zu retten“ soll erst in einigen Wochen möglich sein. Das ist schade und wird zunächst viele potentielle Kunden abschrecken.
  • Nachteil: Keine Daten nach erreichtem Limit. In praktisch jedem Vertrag kann man nach Erreichen des Inklusiv- oder gebuchten Volumens noch mit niedriger Geschwindigkeit weitersurfen. Spaß macht das zwar nicht, um mal eine Textnachricht per WhatsApp zu verschicken, reicht's aber. Nicht so bei fraenck: Sind die 3 GB verbraucht, wird die Verbindung komplett gekappt. Dann heißt es manuell nachbuchen: 2 GB extra kosten 5 Euro. Das ist happig.
  • Vorteil: Kein MMS-Versand möglich. Mal ehrlich, wer braucht MMS? Abgesehen von versehentlich versendeten Bildnachrichten, wenn iPhone- und Android-Nutzer miteinander texten, gibt es keinen echten Anwendungsfall für die immer noch ruchlos überteuerten Multimedia-Nachrichten. Mit dieser Sperre muss man sich keine Gedanken machen.
  • Nachteil: Keine eSIM. Schade, dabei wäre das ein prädestinierter Tarif für die virtuellen SIM-Karten. Per Internet könnte man die ohne Aufwand und Wartezeit direkt ins iPhone einbuchen, der SIM-Slot im Gerät wird dann für „echte“ SIMs benutzt, etwa wenn man im Ausland eine Zweitkarte braucht oder um wenigstens über die alte Nummer erreichbar zu bleiben, solange fraenk noch keine Rufnummernmitnahe unterstützt.
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Unser Fazit zu fraenk

Unterm Strich ist fraenk ein Tarif, der eine relativ definierte Zielgruppe hat. Wer online shoppt und sich mit dem Internet auskennt, wird a) mit den Einschränkungen leben können und b) zu schätzen wissen, dass man mit fraenk sicher sein kann, jeden Monat exakt 10 Euro zu zahlen – praktisch alle Faktoren für „böse Überraschungen“ sind im Leistungsumfang eliminiert worden. Im Ausland kann man unter Umständen Probleme bekommen, hier sollte fraenk nachlegen – etwa mit zusätzlich buchbaren Tagesoptionen fürs Ausland.

Alternativen zu fraenk

Die bereits erwähnten Prepaid-Tarife der Discounter sind gute Angebote, bei denen man sogar mal einige Zeit „aussetzen“ kann und trotzdem erreichbar bleibt. Man kann sie außerdem komplett offline kaufen und aufladen. Beide Vorteile machen sie auch sinnvoll für Kinder und Jugendliche, die ihr Handy vom eigenen Taschengeld betreiben sollen. Abseits des Telekom-Netzes gibt es natürlich zahlreiche Angebote, die ebenfalls monatlich kündbar und teils deutlich billiger sind, vor allem bei den zahllosen Drillisch-Marken wie sim.de.

Für günstige SIM-only-Angebote lohnt ein Blick in unsere Deals-Sektion. Hier berichten wir täglich über neue lohnende Tarif-Angebote – mit und ohne Handy.