Missbrauch von Daten-Flatrate: Freenet Funk begründet Kündigungen

Stefan Bubeck 11

Mehrere Kunden der „unlimited LTE“-Flatrate von Freenet Funk berichten von plötzlicher Kündigung wegen „auffälligem Nutzerverhalten“. Haben sie es übertrieben und zu viel heruntergeladen, sodass ihnen von einem auf den nächsten Tag der Hahn abgedreht wurde? Update: GIGA hat eine Stellungnahme von Freenet Funk erreicht.

Update vom 24.07.2019: GIGA hat Freenet um eine Klarstellung gebeten, ob es nun einen konkreten Wert für monatlich verbrauchtes Datenvolumen gibt, der zur Kündigung führen kann. Hier ist die Antwort des Anbieters im unveränderten Wortlaut:

Freenet Funk freut sich über das ausgesprochen positive Feedback und die zahlreichen Kunden, die sich entschlossen haben, das innovative neue Mobilfunkprodukt mit täglicher Kündigungsmöglichkeit zu nutzen. Um den gewohnt hohen Service und die Leistungen des Produktes langfristig zu gewährleisten hat sich Freenet Funk nach der Startphase auffälliges Nutzerverhalten angesehen und daraufhin einigen wenigen Kunden eine ordentliche Kündigung ausgesprochen, um das Produkt weiterhin anbieten zu können. Wir mussten lernen, dass Kunden Freenet Funk augenscheinlich vorsätzlich missbräuchlich verwendet haben, indem Sie das für eine mobile Nutzung gedachte Produkt in einem Umfang genutzt haben, der allein bei stationärer Nutzung möglich ist. Die Kündigungen sind nicht unter Bezugnahme auf die AGB ausgesprochen worden sondern fristgemäß zum Ende der Laufzeit, ohne dass es einer Begründung bedurft hätte.

Dieses Statement lässt sich so lesen, dass Freenet Funk bestimmten Kunden wie vermutet wegen zu intensiver Nutzung gekündigt hat. Konkrete Angaben zum ausschlaggebenden Datenvolumen werden vom Anbieter aber weiterhin nicht genannt.

Originalartikel:

Freenet Funk: Vielnutzer erhalten Kündigung

Wer bei der Mobilfunkflatrate von Freenet Funk die Formulierung „unlimited LTE Datenvolumen“ wortwörtlich nimmt und große Datenmengen herunterlädt, dem kann der Anbieter offenbar die Kündigung aussprechen. Das berichtet Teltarif unter Berufung auf Forenposts von Freenet-Funk-Kunden, denen „ohne Vorwarnung“ gekündigt worden sei. Einer der Betroffenen habe „in zwei Monaten 1,39 TB Daten“ verbraucht, ein anderer sei mit einem Verbrauch „monat­lich etwa 500 GB Daten­volumen“ bei Freenet Funk aus dem Vertrag geflogen. Aber war wirklich die schiere Datenmenge ausschlaggebend?

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Ziffer 5.8 in den AGB von Freenet Funk (PDF), der die Nutzung eines stationären LTE-Routers (WLAN für Zuhause, nicht verwechseln mit Tethering) untersagt:

Der mobile Internetzugang kann/ darf nur mit Smartphones, Tablets oder sonstigen Geräten genutzt werden, die eine mobile Nutzung unabhängig von einem permanenten kabelgebundenen Stromanschluss ermöglichen (nicht z.B. in stationären LTE-Routern).

Der Anbieter habe laut eigener Darstellung „einigen wenigen Kunden eine ordentliche Kündigung ausgesprochen, die ihren Mobilfunkvertrag augenscheinlich vorsätzlich missbräuchlich verwendet haben“. Der offizielle Grund sei nicht der hohe Datenverbrauch, sondern dass die Nutzer „gegen Ziffer 5.8 der gültigen freenet Funk AGB verstoßen haben“. Vorwürfe, nach denen die AGB „nachträglich mit dem Zweck einer Kündigung“ um diesen Punkt ergänzt worden seien, streitet Freenet Funk laut Heise ab.

Freenet Funk: Was ist das überhaupt?

Das Angebot Freenet Funk gibt es seit Mai 2019 und darf durchaus als „Preisbrecher“ bezeichnet werden, der die Mobilfunkbranche aufmischt. Für 69 Cent pro Tag erhält der Nutzer 1 GB LTE-Datenvolumen täglich. Wer möchte, kann jederzeit auf eine Datenflatrate für 99 Cent wechseln. Letzteres nennt sich „Freenet Funk Unlimited“ und ist mit rechnerisch 29,70 Euro/Monat deutlich günstiger als ähnliche Datenflats von o2 oder der Telekom, die mindestens doppelt so teuer sind.

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