Funklöcher von o2, Vodafone und Telekom in Deutschland: Auf dieser Karte findet ihr sie

Simon Stich

Funklöcher gehören hierzulande leider zum Alltag vieler Menschen. Mit einer neuen Karte der Bundesnetzagentur lassen sie sich recht genau aufspüren. Auch nach Netzbetreibern kann gefiltert werden. Die Datengrundlage der Karte ist aber weiter fragwürdig, wie sich zeigt.

Karte zu Funklöchern: Hier gibt es keinen Empfang

Auch im Jahr 2019 gibt es in Deutschland immer noch Gebiete, in denen es so gut wie keinen Handyempfang gibt – von mobilem Internet ganz zu schweigen. Der Bundesnetzagentur ist das natürlich ein Dorn im Auge. Um Klarheit über die Position der Funklöcher zu bekommen, wurde deshalb die App „Breitbandmessung“ für Android und iOS entwickelt. Hier können Nutzer eigene Messungen vornehmen, die dann zentral gesammelt werden. Nun liegen die Ergebnisse detailliert vor. Die Bundesnetzagentur hat dazu eine Deutschlandkarte veröffentlicht, in der Funklöcher visualisiert werden.

Wird nur die Hauptansicht angeschaut, ergibt sich ein recht positives Bild – unabhängig davon, ob nun Daten aller oder nur die eines einzigen Netzbetreibers angezeigt werden. Fast ganz Deutschland, so scheint es, kann auf 4G-Verbindungen setzen. Lediglich in Grenzregionen kommt nur 3G bei den Handys an, während manche eher ländliche Regionen mit „kein Empfang“ markiert sind.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Die Karte lässt sich nämlich um den Faktor neun zoomen. Hier ergibt sich ein ganz anders Bild. Schnell wird deutlich, dass 4G keineswegs in ganz Deutschland, sondern nur in dicht besiedelten Regionen wirklich zur Verfügung steht. Selbst die Stadtränder werden vielfach von den Netzbetreibern vernachlässigt. Noch schlimmer sieht es in ländlichen Regionen aus. Hier dominiert die grüne Farbe (kein Empfang) deutlich. Für mache Gebiete stehen auch keine Daten zur Verfügung.

Um Platz für das 5G-Netz zu machen, wird 3G nach und nach abgeschaltet. Alle wichtigen Infos dazu haben wir hier im Video gesammelt:

3G wird abgeschaltet. Und jetzt?

Deutliche Kritik an Messung per App

Auch wenn nun eine erste Karte zur Verfügung steht, reißt die Kritik an der App „Breitbandmessung“ nicht ab. Entsprechend sind die jetzt veröffentlichten Daten nur mit Vorsicht zu genießen. Im Play Store von Google kann die von der Bundesnetzagentur entwickelte App nur auf eine Bewertung von 2,5 Sternen verweisen. Nutzer kritisieren unter anderem die komplizierte Handhabung und die teils falsche GPS-Lokalisation.

Hier geht es zur App „Breitbandmessung“ in den Stores:

Breitbandmessung
Preis: Kostenlos
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Entwickler: zafaco
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Da eine genaue Standortangabe zwingend erforderlich ist, um Datenpunkt akkurat sammeln zu können, tummeln sich allem Anschein nach viele falsche Informationen in der App. Kritisiert wird auch, dass nur die Verbindungsqualität der ersten Messung gespeichert wird. Herrscht dort ein 4G-Empfang, geht die App kurioserweise davon aus, dass alle weiteren Messpunkte ebenfalls über 4G verfügen. Nutzer berichten auch davon, dass die App zwar eine gute Verbindung bestätigt, sich in der Praxis aber keine Internetseiten öffnen lassen. Hier herrscht also noch dringender Nachholbedarf.

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