Google greift durch: Android-Handys ohne Play Store – das steckt dahinter

Peter Hryciuk

Google hat in einem Rechtsstreit eine Karte gezogen, die man so nicht erwartet hätte. Neue Android-Handys dürfen in einem gesamten Land nicht mehr mit den Google-Diensten, -Apps und dem Play Store ausgestattet sein. Betroffen sind alle Hersteller.

Android-Handys für die Türkei ohne Google-Dienste

Google hat allen Herstellern die Erlaubnis entzogen Apps, Dienste und den Play Store des US-Unternehmens auf Android-Smartphones zu installieren, die für den türkischen Markt gedacht sind. Google will mit diesem Schritt vermeiden, eine Strafe zahlen zu müssen. Es geht dabei um einen Rechtsstreit aus dem letzten Jahr, wo Google zu einer Strafzahlung von 14 Millionen Euro verurteilt wurde, weil eine russische Suchmaschine sich auf Android-Handys benachteiligt gefühlt hat. Google hat daraufhin mit den Herstellern eine Einigung erzielt, die die türkische Behörde aber nicht ausreichend fand. Deswegen jetzt dieser Schritt, bis eine Lösung gefunden wird – berichtet heise.

Natürlich können die Hersteller weiterhin neue Android-Smartphones in der Türkei auf den Markt bringen, die dürfen aber keine Google-Dienste und -Apps enthalten. Dadurch dürfte das Interesse an den Handys beträchtlich sinken. Modelle, die bereits mit Google-Diensten auf den Markt sind und denen die Lizenz schon erteilt wurde, können weiterhin verkauft werden. Die Einschränkung betrifft nur komplett neue Handys. Natürlich funktionieren eure Handys in der Türkei wie gehabt, wenn ihr in den Urlaub fahrt. Falls ihr dort lebt oder Verwandte habt, denen ihr ein Handy mitbringen wollt: Importe müssen bei einer türkischen Behörde angemeldet werden. Passiert das nicht, werden diese aus dem Mobilfunknetz ausgeschlossen.

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Google-Dienste werden immer mehr zum Druckmittel

Langsam aber sicher bekommt man das Gefühl, dass die Google-Dienste immer stärker zum Druckmittel werden. Viele Menschen können und wollen nicht auf die Google-Dienste verzichten. Genau das spielt dem Unternehmen in die Karten. Vielleicht wäre es nach der Geschichte mit Huawei und jetzt der Türkei an der Zeit, sich doch Gedanken über eine Alternative zu machen.

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