Google zieht den Stecker: Darauf müssen Chrome-Nutzer in Zukunft verzichten

Holger Eilhard

In den kommenden Monaten müssen sich Chrome-Nutzer auf einige Änderungen vorbereiten. Während einige davon nur im Hintergrund spürbar sein sollten, bedeutet der Rotstift in einem Fall den Wegfall von hilfreichen Funktionen für Windows, Mac und Chromebook-Nutzer.

Chrome Apps: Erstes Adios im Juni 2020

Seit vielen Jahren bietet Google in seinem Chrome Web Store nicht nur kleine Erweiterungen, sondern auch sogenannte Chrome Apps an. Google definierte den Unterschied zwischen den beiden mit einigen aufklärenden Worten. So sind Chrome Extensions kleine Verbesserungen, die dem Browser etwa neue Features beibringen. Google nennt etwa einen Währungsrechner, der über die Toolbar erreichbar ist.

Chrome Apps hingegen sind deutlich komplexere Web-Anwendungen, die einen Zwischenschritt zwischen diesen Erweiterungen und vollwertigen Desktop-Apps darstellen. Google erwähnt als Beispiel Spiele, Werkzeuge zur Fotobearbeitung oder auch Video-Player.

Genau an diesen klassischen Chrome Apps wird Google in Zukunft den eingangs erwähnten Rotstift ansetzen. Chrome-Nutzer in Windows, Mac, Linux und von Googles eigenen Chromebooks müssen in Zukunft auf die Chrome Apps verzichten. Einen entsprechenden Zeitplan haben die Entwickler ebenfalls schon veröffentlicht.

Ab März 2020 wird der Chrome Web Store keine neuen Chrome Apps akzeptieren. Updates existierender Apps können jedoch noch bis Juni 2022 eingereicht werden. Ab Juni wird die Unterstützung der Chrome Apps in Windows, Mac und Linux eingestellt. Unternehmen und Bildungseinrichtungen werden noch bis Dezember 2020 unterstützt. Im Juni 2021 kommt das Aus dann auch für normale Nutzer von Chrome OS. Das vollständige Ende der Chrome Apps für alle Anwender, auch die aus Unternehmen oder Bildung, ist für Juni 2022 geplant. Ähnliche Pläne hatte Google bereits für das Jahr 2018 angedacht – diese wurden jedoch nicht umgesetzt.

Das Ende betrifft wohlgemerkt nur die Chrome Apps. Chrome Extensions sind von den Änderungen nicht betroffen.

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Chrome Apps: Google hat bereits einen Ersatz

Die Nachfolge der Chrome Apps sollen nach Googles Plänen die sogenannten Progressive Web Apps, kurz PWA, antreten. Diese Anwendungen sind nicht nur für Windows, Mac, Linux oder Chrome OS gemacht, sondern werden auch von immer mehr Smartphones direkt unterstützt. Googles Entwickler raten daher dazu, dass Anbieter bisheriger Chrome Apps ihre Anwendungen in eine PWA umwandeln.

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Für die kommenden Monate haben Googles Entwickler darüber hinaus auch weitere Änderungen im Hintergrund angekündigt. So will man etwa in Zukunft Cookies von Drittanbietern abschaffen. Web-Entwickler müssen des Weiteren damit rechnen, dass der sogenannte „User Agent String“ in Zukunft weniger Auskunft als bislang üblich über den benutzten Web-Browser aussagt.

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