Huawei-Chef gesteht: Das ist das wirkliche Problem mit der Google-Lizenz

Peter Hryciuk 11

Huawei hat weiterhin mit großen Problemen durch den US-Bann zu kämpfen. Das chinesische Unternehmen darf keine Google-Dienste auf Android-Smartphones installieren, wodurch diese in Europa im Grunde unverkäuflich sind. Nun spricht der Chef über die Folgen. Ein Manager verrät zudem etwas zur zukünftigen Strategie.

Huawei-Chef zum US-Bann: Keine Besserung in Sicht

In einem Interview hat der Huawei-Chef über die Folgen des US-Banns gesprochen. Diese fallen nicht so stark aus, wie man zunächst befürchtet hat. Bisher hat er eine Reduzierung des Umsatzes von etwa 20 bis 30 Milliarden US-Dollar erwartet, tatsächlich soll es „nur“ noch um eine Summe von etwa 10 Milliarden US-Dollar gehen – was für Huawei wohl vertretbar ist. Das Unternehmen ist nicht an der Börse, sodass selbst schlechte Nachrichten nicht zu einem Zusammenbruch des Werts des Unternehmens führt. Der Huawei-Chef hat schon vorher gesagt, dass sein Unternehmen nicht kleinzukriegen ist. Man passt sich einfach an die neue Situation an und holt das Beste raus.

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Obwohl es in den letzten Wochen immer wieder hieß, dass die US-Regierung die Sanktionen gegen Huawei auflockern und wieder Geschäfte mit US-Unternehmen erlauben könnte, erwartet der Huawei-Chef das nicht. Er glaubt, dass der US-Bann weiterhin bestehen bleibt und sich Huawei mit der Situation abfinden muss. Trotzdem hofft er natürlich darauf, dass sich die Situation bessert – berichtet GizChina. In China kann Huawei den Absatz der eigenen Smartphones zudem steigern. Dort haben Google-Dienste sowieso keine Relevanz, sodass es dort keine Einschränkungen für die Käufer gibt.

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Huawei-Manager: Wir wollen Android gar nicht ersetzen

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Eine ganz interessante Aussage trifft der Huawei-Manager Joy Tan. Obwohl Huawei mit dem „Harmony OS“ ein alternatives Betriebssystem zu Googles Android vorgestellt hat, und teilweise schon in Geräten wie Fernsehern einsetzt, will Huawei Android gar nicht auf Smartphones und Tablets ersetzen. Stattdessen will man sogar bei Android bleiben – berichtet GSMArena. Die größte Schwierigkeit liegt nur darin, die Google-Dienste zu ersetzen. Ohne Android-Lizenz und die Google-Apps haben Smartphones in Europa keine Chance. Mittelfristig wird Huawei also bei Android bleiben und stattdessen die „Huawei Mobile Services“ entwickeln. Diese sollen die Google-Dienste ersetzen und eine Alternative schaffen.

Es wird spannend sein zu sehen, ob Huawei diese gigantische Aufgabe glückt. Microsoft ist daran gescheitert. Trotzdem würden wir es sogar begrüßen, wenn es neben Apple und Google einen dritten großen Player gäbe. Was denkt ihr?

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