Huawei-Handys und die Android-Lizenz: Hersteller schöpft neue Hoffnung

Simon Stich 1

Plötzlicher Sinneswandel in den USA: Allem Anschein nach erlaubt die US-Regierung nun doch wieder Geschäfte amerikanischer Unternehmen mit Huawei. Die Probleme rund um den Einsatz von Android auf neuen Handys von Huawei könnten bald schon aus der Welt geschaffen sein. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Huawei: USA vergeben erste Handelslizenzen

Amerikanische Unternehmen dürfen nun doch wieder Geschäfte mit dem chinesischen Hersteller Huawei machen – wenn auch nur unter Vorbehalt. Wie das Blog Huawei Central unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat das Handelsministerium der USA mit der Vergabe von Lizenzen begonnen. Eine offizielle Bestätigung des Ministeriums steht allerdings noch aus, die Berichte berufen sich auf einen Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt wird. Ob auch Google unter den Antragstellern ist, steht noch nicht fest. Für Huawei sind das aber auch so erfreuliche Nachrichten.

Dem Tippgeber zufolge wurden innerhalb kürzester Zeit rund 300 Anträge beim Handelsministerium der USA eingereicht. Bislang soll aber nur die Hälfte davon bearbeitet worden sein. Erschwerend kommt auch hinzu, dass wohl nur rund 75 der Anträge positiv beantwortet wurden. Etwa die gleiche Zahl hat einen negativen Bescheid bekommen. Bei den durchgewunkenen Unternehmen soll es sich um Chiphersteller wie Intel oder Qualcomm handeln, während Unternehmen aus dem Netzwerk- und Mobilfunkbereich kritisch betrachtet beziehungsweise gleich abgelehnt wurden. Die USA möchten wohl weiterhin unterbinden, dass Huawei von amerikanischen Herstellern Hilfe beim Aufbau von 5G-Netzen bekommt.

Auf dem aktuellen Huawei Mate 30 Pro ist Android 10 installiert, doch das Handy ist in Deutschland offiziell nicht zu haben. Was das Smartphone leisten kann, seht ihr hier im Hands-On-Video:

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Huawei: US-Bann erneut verschoben

Die Entspannung zwischen den USA und Huawei wurde bereits vor wenigen Tagen deutlich, als die Ausnahmegenehmigung zum Bann des chinesischen Konzerns erneut um 90 Tage aufgeschoben wurde. So kann Google zumindest in den nächsten drei Monaten mit Huawei zusammenarbeiten, um Android-Updates auszuliefern.

Google wird sich damit aber nicht zufriedengeben und beim Handelsministerium der USA ebenfalls eine Lizenz beantragt haben. Sollte diese Lizenz erteilt werden, dann könnte auch das Huawei Mate 30 Pro rückwirkend mit Google-Diensten und Apps ausgeliefert werden. Einem weltweiten Release des Top-Handys stünde dann nichts mehr im Wege. Auch kommende Smartphones wie zum Beispiel das für 2020 geplante Huawei P40 könnte dann ohne Problem mit Software von Google ausgestattet werden.

In der Bilderstrecke: Die schnellsten Android-Handys der Welt.

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Top 10: Die aktuell schnellsten Android-Smartphones der Welt

Hintergrund für das bisherige US-Embargo ist die Ansicht der amerikanischen Regierung, dass Huawei seine Produkte nutzen würde, um Spionage zu betreiben. Beweise dazu wurden bis heute aber nicht vorgelegt. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat bei Untersuchungen keine Beanstandungen gehabt.

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