Huawei hat heute mit dem P40, P40 Pro und P40 Pro Plus insgesamt drei neue High-End-Smartphones vorgestellt. Im Fokus steht dabei das P40 Pro, das uns bereits als Testgerät vorliegt und als neues „Kamera-Wunder“ vermarktet wird. Wir werden aber auch kurz die anderen zwei P40-Modelle anschneiden.

Huawei P40: Neue Smartphone-Serie im Detail.

Nun könnte man im ersten Moment annehmen, dass das Huawei P40 Pro Plus der Star des Trios ist – tatsächlich ist es aber das P40 Pro. Dieses bietet alles, was man braucht. Das Plus-Modell unterscheidet sich nur in drei Punkten:

  1. Rückseite aus Keramik statt Glas
  2. Zwei Teleobjektive mit 3x und 10x optischem Zoom
  3. Dadurch ist ein hundert- statt fünfzigfacher Zoom möglich

Da das P40 Pro Plus später kommt und mehr kosten soll, spielt es erst einmal keine große Rolle, bleibt aber natürlich im Hinterkopf gespeichert.

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Huawei P40 Pro: So soll das Kamera-Monster aussehen

Huawei P40 Pro: Der Star der Show

Kommen wir nun also zum Huawei P40 Pro und den Highlights des Smartphones. Da fällt in erster Linie natürlich das Design auf. Die gesamte P-Serie ist so konzipiert, dass sie sich bei der Handhabung an einer Kompaktkamera orientiert. Deswegen hat Huawei das Gehäuse noch einmal optimiert, um das Handling zu verbessern. Tatsächlich fällt das P40 Pro trotz großem Display kaum größer als ein Samsung Galaxy S20 aus, was mich sehr positiv überrascht hat. Dafür ist es mit über 200 Gramm deutlich schwerer, obwohl der Akku nur 200 mAh mehr Kapazität besitzt.

An der Front sticht das „Overflow“-OLED-Display direkt ins Auge. Das Display ist an der rechten und linken Seite leicht abgerundet. Das Glas hingegen an allen vier Seiten. Dadurch wirkt es so, als ob das Display sich über die komplette Front des Handys ergießen würde. Gefällt mir persönlich sehr gut und deutlich besser als beim Huawei Mate 30 Pro mit dem Waterfall-Design. Das OLED-Panel misst 6,58 Zoll und besitzt eine Auflösung von 2.640 x 1.200 Pixeln. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 90 Hertz und arbeitet dynamisch.

Die Rückseite wird von der Hauptkamera mit vier Sensoren geprägt. Sieht tatsächlich so aus wie eine Kompaktkamera und soll diese auch ersetzen. Huawei kooperiert beim P40 Pro wieder mit Leica. Zudem hat das Unternehmen auf die Nutzer des P30 Pro gehört, die viele Verbesserungsvorschläge geliefert haben. Dazu zählt beispielsweise die optische Bildstabilisierung für den Periscope-Zoom, der eine fünffache optische Vergrößerung ohne Qualitätsverlust ermöglicht. Maximal ist eine fünfzigfache Vergrößerung möglich.

Doch nicht nur der Periscope-Zoom wurde verbessert, sondern auch die Ultraweitwinkel-Kamera mit 40 MP, aber in erster Linie auch die 50-MP-Hauptkamera. Der Sensor wurde nochmals vergrößert und misst nun 1/1,28 Zoll. Fotografiert wird mit Pixel-Binning, wo vier Pixel zu einem größeren Pixel zusammengerechnet werden. Fotos werden effektiv also mit 12,5 MP geschossen.

Huawei hat viele Verbesserungen bei der Kamera-Software integriert, die die Bedienung noch einfacher machen. Fotos gelingen im automatischen Modus besser, man kann im Profi-Modus aber auch eingreifen. Das gilt besonders für Low-Light-Aufnahmen, aber auch Portraits. Mit der Funktion „AI Best Moment“ kann man sich das perfekte Bild aussuchen, denn das P40 Pro macht vor und nach dem Auslösen bereits Fotos. Falls jemand ins Bild läuft, wird dieser einfach per Knopfdruck entfernt.

Doch auch bei den Video-Funktionen wurde stark aufgerüstet. Die Aufnahme mit 4K und 60 Bildern pro Sekunde ist nun mit der Haupt- und Frontkamera möglich. Die Bildstabilisierung ist noch besser, es gibt Audio Zoom und eine verbesserte HDR-Funktion.

Zu den weiteren Highlights des Huawei P40 Pro gehören:

  • Kirin-990-Prozessor mit 5G-Unterstützung
  • 8 GB RAM
  • 256 GB interner Speicher (erweiterbar)
  • WLAN 6 Plus
  • IR-Sensor für Gesichtserkennung (2D)
  • Gestensensor an der Front
  • eSIM-Unterstützung
  • Dual-SIM
  • 4.200-mAh-Akku mit 40 Watt kabelgebunden und 27 Watt kabelloser Ladefunktion
  • Reverse Wireless Charging
  • IP68

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Huawei P40 Pro ohne Google-Dienste

Der größte Nachteil ist und bleibt das Ökosystem. Das Huawei P40 Pro wird von Android 10 angetrieben und es läuft das EMUI 10.1 als Oberfläche drauf. Durch das US-Embargo hat man keinen Zugriff auf den Play Store und die Google-Dienste sowie -Apps. Huawei versucht zwar, immer mehr Entwickler für sich zu gewinnen, das funktioniert aber nur langsam.

Man kann natürlich weiterhin die APKs beziehen, beispielsweise bei WhatsApp vom Entwickler, und die Apps manuell installieren. Das funktioniert aber nicht mit allen Anwendungen, besonders nicht denen, die auf die Google Play Services setzen. Ein externer Entwickler hat die App „App Suche“ in die AppGallery von Huawei gebracht. Damit bekommt man direkte Links zu den meisten Apps. Man landet dann aber oft auf APKMirror oder ähnlichen Seiten. Für normale Nutzer ist dieser Umstand also ein Dealbreaker.

Und was kann das Huawei P40 so?

Das normale P40 besitzt ein flaches 6,1-Zoll-Display, löst mit FHD+ auf und kommt mit 128 statt 256 GB Speicher – aber auch mit 8 GB RAM. Der Akku ist mit 3.800 mAh etwas kleiner und kann nur mit 22,5 Watt aufgeladen werden. Auf der Rückseite findet sich auch die 50-MP-Kamera, die wird aber von einem 8-MP-Teleobjektiv und 16-MP-Superweitwinkel unterstützt. An der Front kommt ebenfalls eine 32-MP-Kamera zum Einsatz und es wird auch 5G unterstützt – wobei es hier weniger Bänder sind. Dafür ist das Handy auch etwas günstiger.

Huawei P40 Pro: Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei P40 Pro kommt für 999 Euro auf den Markt. Das P40 kostet 799 Euro. Ein Preis zum P40 Pro Plus ist nicht bekannt. Der Marktstart findet am 2. Mai 2020 statt. Der Vorverkauf beginnt heute mit einer besonderen Aktion. Vorbesteller erhalten die Huawei Watch GT2e und die Huawei Freebuds 3 im Wert von zusammen 348 Euro kostenlos dazu. Die Aktion läuft bis zum 1. Mai 2020.

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Persönliche Einschätzung zum Huawei P40 Pro

Ohne US-Embargo und mit Zugang zum Google Play Store sowie allen Diensten, wäre das Huawei P40 Pro vermutlich das bislang beste Android-Smartphone des Jahres 2020. So kann man es eigentlich nur Enthusiasten empfehlen, die sich auf die besonderen Umstände einlassen und trotzdem einen so hohen Preis für das Handy zahlen wollen.