Wer den Preisverlauf von Arbeitsspeicher verfolgt, wird gemerkt haben, dass die Preise für RAM-Kits ins Bodenlose gestürzt sind. Während die Kunden jubeln, sorgt diese Entwicklung bei den Unternehmen für Sorgenfalten. Intel hingegen kann davon profitieren und sich eine Spitzenposition sichern. 

Intel auf Platz 1: Chiphersteller verzeichnet den größten Umsatz im Halbleitergeschäft

Für PC-Spieler war das Jahr 2019 ein fantastischer Zeitpunkt, um mal wieder den heimischen Rechner aufzurüsten. AMD schaffte es, mit Ryzen 3000 und Navi im Prozessor- und Grafikkarten-Segment solide Mittelklasse- und High-End-Produkte zu liefern, die ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis boten und auch DDR4-Arbeitsspeicher war so günstig wie noch nie.

Diese geringen Preise sorgten jedoch bei den Speicherherstellern für große Probleme, wie ComputerBase berichtet. Vor allem große Unternehmen wie Samsung, SK Hynix und Micron mussten starke Umsatzrückgange von bis zu 38 Prozent verzeichnen. Insgesamt sank der globale Umsatz mit Halbleiterprodukten von 474,6 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 418,3 Milliarden im Jahr 2019 – ein Rückgang von 11,9 Prozent.

Auch Intel konnte sich dem Trend nicht entziehen, verlor jedoch in deutlich geringerem Maße. Nur 0,7 Prozent weniger Umsatz fuhr der Branchenprimus im direkten Vergleich ein und konnte sich dadurch den Titel als umsatzstärkster Verkäufer von Halbleiterprodukten sichern – und das aus gutem Grund. Im Gegensatz zu den großen Verlierern des letzten Jahres erzielt Intel einen Großteil seines Erlöses im Halbleitersegment aus den Verkäufen von Prozessoren.

Die Top-5-Unternehmen nach Halbleiterumsatz im Jahr 2019:

  • Platz 1: Intel (65,79 Milliarden US-Dollar)
  • Platz 2: Samsung (52,21 Milliarden US-Dollar)
  • Platz 3: SK Hynix (22,48 Milliarden US-Dollar)
  • Platz 4: Micron Technology (20,06 Milliarden US-Dollar)
  • Platz 5: Broadcomm (15,29 Milliarden US-Dollar)

Doch auch Intel sollte sich lieber nicht auf seinem Erfolg ausruhen:

AMD vs. Intel: Wie sich Intel die Butter vom Brot klauen lässt

Arbeitsspeicher im Preisverfall: Das sorgte für den starken Umsatzrückgang

Rund 26,7 Prozent aller Halbleiterverkäufe lassen sich auf Speicherprodukte zurückführen. Innerhalb des Speichermarktes ging der Umsatz um satte 37,5 Prozent zurück – doch warum? Zurückzuführen ist das Problem auf das starke Überangebot von Arbeitsspeicher, SSDs und anderen Speicherprodukten. Die Händler blieben auf ihrer Ware sitzen. Da auch die Lagerung von Produkten Kosten verursacht, wurden die Preise entsprechend stark herabgesetzt. Die Marge für die Unternehmen nahm dadurch immer weiter ab.

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Doch das soll sich in diesem Jahr wieder ändern. Aktuell geht man davon aus, dass vor allem die Preise für RAM wieder ansteigen werden – um bis zu 30 Prozent. Die Verkaufspreise der Arbeitsspeicher-Kits würden zwar zunehmen, aber weiterhin deutlich unter den Mondpreisen liegen, die vor anderthalb Jahren aufgerufen wurden.