iPhone bald als digitaler Personalausweis: Deutsche Apple-Handys erhalten notwendige App

Holger Eilhard

Nachdem es bereits im April erste Hinweise auf Änderungen an Apples Schnittstellen im iPhone gab, gibt es nun nach der Entwicklerkonferenz WWDC konkretere Details zur NFC-Unterstützung in iOS 13.

Update vom 5. Juli 2019: Jetzt folgt die offizielle Ankündigung der AusweisApp2 des Bundes für das iPhone in Form einer Pressemitteilung. Demnach verliefen die aktuellen Tests mit der Beta 3 von iOS 13 erfolgreich. Ein zeitgleicher Start mit dem Release von iOS 13 im Herbst ist demzufolge möglich. Um die Funktionen nutzen zu können, bedarf es nicht nur iOS 13, sondern auch mindestens eines iPhone 7 oder neuer, so die Entwickler.

Ursprünglicher Artikel vom 17. Juni 2019:

iOS 13 ermöglicht Online-Ausweisfunktion des Personalausweises

Waren es im April nur Hinweise, dass Apple die NFC-Schnittstelle (Near Field Communication, Nahfeldkommunikation) im iPhone weiter öffnen werde und damit unter anderem der britischen Regierung im Rahmen des Brexit helfen werde, gab es im Rahmen von Apples WWDC eine Bestätigung zu den Änderungen. Wie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat nun bekannt gab (via iphone-ticker.de), werden aber auch deutsche Nutzer von den neuen Möglichkeiten profitieren können. Voraussetzung für die Nutzung der Funktionen ist iOS 13 und eine kommende AusweisApp2, die es etwa für Android-Geräte bereits seit einigen Jahren gibt.

Mit Hilfe der AusweisApp2 ist es etwa möglich, sich mit Hilfe eines Ausweisdokuments zu authentifizieren. Voraussetzung ist dafür unter anderem ein entsprechend ausgestatteter Personalausweis, die oben genannte App und ein unterstütztes Android-Smartphone oder -Tablet. Es sei also angemerkt, die App wird und kann den klassischen Personalausweis nicht vollständig ersetzen, ergänzt ihn aber in vielfältiger Hinsicht.

Wie die AusweisApp2 auf einem Android-Smartphone schon heute genutzt werden kann, zeigt das folgende Video:

Über die NFC-Schnittstelle kann außerdem die PIN freigeschaltet oder geändert werden, eine Selbstauskunft der auf dem Ausweis gespeicherten Daten abgerufen und der Verlauf aller getätigten Authentifizierungen eingesehen werden.

Für die Nutzung auf dem iPhone wird iOS 13 Voraussetzung sein, welches ab dem kommenden Herbst - vermutlich wieder einmal im September - verfügbar sein wird. Gleichzeitig soll eine iOS-Version der AusweisApp2 des Bundes kostenlos im App Store zum Download angeboten werden.

Hier die wichtigsten Neuerungen von iOS 13 in der Übersicht:

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iOS 13 und iPadOS: Die 10 Top-Neuerungen für iPhone und iPad

NFC-Öffnung in iOS 13: Weitere Vorteile

Apples Entscheidung die NFC-Schnittstelle zu öffnen erlaubt aber nicht nur in Deutschland und Großbritannien das Scannen von Ausweisdokumenten. So wird dies laut The Verge auch in Japan ein Auslesen der dort genutzten Ausweise ermöglichen.

Die Situation ist vergleichbar mit der in Deutschland. In Japan gibt es bereits heute Lösungen für Android-Geräte, um die Ausweise auslesen zu können. In Zukunft will die Regierung im Land der aufgehenden Sonne dann ebenfalls eine App für iOS 13 bereitstellen, um eine sichere Kommunikation der Bevölkerung mit den Behörden zu erlauben. Weiteres zu den Neuerungen der NFC-Unterstützung in iOS 13 beschreibt Apple in der WWDC-Session zum Thema Core NFC.

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