Kampf gegen AMD: So will Intel seine Vormachtstellung zurückerobern

Robert Kohlick

Intel hat gerade ganz schön zu knabbern. Nicht nur musste der Prozessorprimus vor Kurzem einen starken Verkaufsrückgang im Bereich Fertig-PCs verbuchen, der Chiphersteller hat im direkten Vergleich mit der Konkurrenz auch mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Doch genau das will Intel nun möglichst schnell beseitigen. 

Intel tritt auf der Stelle: Seit Jahren nur Updates statt Upgrades

Erinnert ihr euch noch an das Mooresche Gesetz? Der Intel-Mitbegründer Gordon Moore stellte im Jahr 1965 eine Theorie auf, die im Wesentlichen besagte, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise in einem Zeitraum von etwa 24 Monaten verdoppeln würde. Oder um es anders auszudrücken: Die Transistorendichte verdoppelt sich alle zwei Jahre.

An dieses Gesetz der digitalen Revolution hält sich Intel im Desktop-Bereich aber schon lange nicht mehr. Seit knapp 4 Jahren setzt das Unternehmen inzwischen auf ein 14nm-Fertigungsverfahren, welches immerhin von Generation zu Generation weiter verfeinert wurde. Erst mit den neuen Ice-Lake-Chips, die wahrscheinlich Anfang 2020 auf den Markt kommen, dürfte es einen Sprung auf 10nm im Desktop-Bereich geben. AMDs neue Ryzen-Prozessoren hingegen setzen bereits jetzt auf ein 7nm-Fertigungsverfahren.

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Renaissance bei Intel: So will man der Innovationsarmut Herr werden

Nun scheint aber auch Intel verstanden zu haben, dass das so nicht weitergehen kann. Wie Tom’s Hardware berichtet, hat Intels CEO Robert Swan Folgendes erklärt:

Wir beschleunigen das Tempo der Entwicklung und Einführung von Fertigungsverfahren und kehren zurück zu einen zweieinhalbjährigen Turnus. Unsere Teams für Verfahrens- und Konstruktionstechnik arbeiten eng zusammen, um die Komplexität des Prozessdesigns zu verringern und Zeitplan, Leistung, Stromverbrauch, Leistung und Kosten in Einklang zu bringen. Wir sind auf dem besten Weg, unsere ersten 7nm-basierten Produkte auf den Markt zu bringen, ein diskrete Grafikkarte mit Fokus auf Arbeiten von Rechenzentren im Jahr 2021, zwei Jahre nach der Einführung der 10nm-Fertigung.

Wir investieren also, um die Vormachtsstellung in diesem Bereich in Zukunft wieder zu erlangen.

Ob Intel den technologischen Fortschritt wieder derartig beschleunigen kann, bleibt abzuwarten. Swan rechnen jedoch laut eigener Aussage fest damit, dass man dieses Tempo immerhin für die nächsten paar Fertigungsverfahren aufrecht erhalten wird. Scheint so, als würde Intel in den kommenden Jahren wieder zum bewährten Tick-Tock-Modell zurückkehren.

Früher der Liebling der Massen, heute in harter Konkurrenz mit AMD. Intel hat es gerade schwer – das spiegelt sich auch in unserer Top 10 wider: 

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Was sagt ihr zu Intels neuer alter Strategie? Denkt ihr, dass dieser Schritt notwendig ist, um in Zukunft weiterhin gegen Konkurrenten wie AMD bestehen zu können? Oder handelt es sich hier nur um leere Worte? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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