Riot Games, das Studio hinter League of Legends, wollte für die Profi-Liga den saudischen Kronprinzen ins Boot holen, doch dieser Deal löste unter Angestellten und Community große Empörung aus.

 

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Die Ankündigung, das Riot Games mit der Stadt Neom eine Partnerschaft eingeht, traf nicht nur die Community völlig überraschend, sondern auch viele Mitarbeiter des Studios.

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Neom, das ist das Bauprojekt des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. In der Wüste zieht dieser eine Stadt für 500 Milliarden Dollar hoch. Dort soll es fliegende Autos, einen künstlichen Mond und noch viele andere futuristische Dinge geben. Die Stadt soll 33-mal größer als New York werden. Das Projekt soll bis 2025 beendet sein.

Die Stadt Neom sollte Partner der LEC Summer Season werden, also der League of Legends European Championship. Doch der neue Sponsor löste einen Shitstorm in der Community aus und auch Mitarbeiter so wie Caster und Moderatoren der Liga sprachen sich deutlich gegen die Partnerschaft aus.

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Warum die Ablehnung?

Die Ablehnung der Partnerschaft, hat wiederum mit der Ablehnung von Menschenrechten in Saudi Arabien zu tun. Der saudische Kronprinz selbst steht unter Verdacht, den Mord an dem kritischen Journalisten Jamal Khashoggi in Auftrag geben zu haben. Das Land geht hart gegen Kritiker vor und schränkt Rechte ein, wo es nur kann. Dies gilt ganz besonders für Frauen und Mitglieder der LGBTQ-Community.

Auch das Bauprjekt Neom selbst steht stark in der Kritik. So soll der Bau durch Arbeiter, die in Sklaven-ähnlichen Zuständen arbeiten, bewerkstelligt werden. Für Neom musste der Stamm der Huwaitat platz machen und 20.000 Menschen verloren ihr zu Hause, berichtet der Guardian.

Das sagt die Community

Selbst Mitarbeiter von Riot Games waren überrascht von der Nachricht. Casterin Indiana „Froskurinn“ Black twitterte, sie sie am Boden zerstört da sie die Leute hinter der Entscheidung zu kennen glaube.

Auch die Caster Daniel Drakos und Trevor „Quickshot“ Henry, sowie Moderatorin Eefje „sjokz“ Depoortere sprachen sie gegen den Deal aus. Selbst LoL-Lead Designer Mark Yetter findet die Partnerschaft absolut nicht in Ordnung.

Riot Games mit der Kehrtwende

Der Aufschrei war offenbar groß genug, denn Riot sagte den Deal mit Neom ab. Im Statement heißt es, Riot Games habe zu schnell eine Entscheidung getroffen und habe nach weiteren Überlegungen festgestellt, einen Fehler gemacht zu haben. Die Menschenrechtssituation im Königreich Saudi Arabien findet keine Erwähnung.

Die Riot-Mitarbeiter und Caster erfahren zwar viel Zuspruch für ihren klaren Standpunkt gegenüber dem Deal mit Neom, müssen sich aber auch einige Kommentare zu ihrem Arbeitgeber anhören. Riot Games gehört zu 100 Prozent Tencent, die wiederum aus China stammen. Ein Land, in dem ebenfalls hart mit Regierungskritikern umgesprungen wird. Für dieses Unternehmen, so die kritischen Kommentare, sei es aber in Ordnung zu arbeiten.