Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern greift die Grünen frontal an. Grund ist die millionenschwere Bitcoin-Spende, die zu einem unerwarteten Geldregen für die Partei geführt hat. Von „Zuwendungen aus moralisch fragwürdigen Quellen“ ist die Rede. Der Spender rechtfertigt sich mit einer erstaunlichen Begründung.

 

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Bitcoin und andere Kryptowährungen haben viele Vorteile gegenüber dem „klassischen Geld.“ Ein nicht zu unterschätzender Nachteil ist aber der enorme Energiebedarf, der zum Mining – also zur Herstellung von Bitcoins – verwendet wird. Wie kann da also eine Partei wie die Grünen, die sich Umweltschutz wie keine andere auf die Fahnen geschrieben hat, scheinbar widerspruchslos eine Millionenspende annehmen, die durch Bitcoin-Gewinne entstanden ist? Genau das fragt sich auch die Linke in Mecklenburg-Vorpommern.

Linke fordert Ende von Bitcoin-Parteispenden

Nach dem bekannt geworden war, dass Grünen-Mitglied Moritz Schmidt seiner Partei rund zwei Millionen Euro aus Kursgewinnen bei der Kryptowährung gespendet hat, formuliert sich scharfe Kritik an den Grünen: „Wir betrachten den aktuellen Vorgang um die Bitcoin-Spende an die Grünen als moralische Geldwäsche, die einem Ablasshandel gleichkommt“, so Wenke Brüdgam, Landesvorsitzende der Linken in Mecklenburg-Vorpommern. Die Linken fordern, so Golem, alle demokratischen Parteien auf, Spenden abzulehnen, die im Zusammenhang mit Bitcoin stehen.

Brüdgam hat auch direkt einen besseren Einsatzzweck für das Geld. So hätte man die Summe etwa in die Renaturierung von Mooren investieren können. „Das wäre weitaus besser fürs Klima gewesen als rekordverdächtige Parteispenden.“

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Der so gescholtene Parteispender sieht hingegen kein moralisches Problem. Im Interview mit Golem sagte Moritz Schmidt, dass es natürlich in Ordnung sein könne, „Nutzen aus einem System zu ziehen, selbst wenn man es kritisch sieht oder sogar abschaffen möchte.“ Eine moralische Frage aus einer Parteispende zu konstruieren, sei kontraproduktiv. Vielmehr handele es sich um ein politisches Problem, das auch auf einer politischen Ebene gelöst werden müsse.

Womöglich löst sich das Umweltproblem aber ohnehin bald von alleine: Einer Studie der Tsinghua Universität in Beijing zufolge wird das Bitcoin-Mining ab dem Jahr 2024 unrentabel, da die Kosten aus Hardware und Energieverbrauch die Einnahmen übersteigen werden.