Der National Health Service fordert die Videospielindustrie auf, Lootboxen aus ihren Spielen zu entfernen, um Kinder und Jugendliche stärker vor Spielsucht zu schützen.

 

Videospielkultur

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In einem Bericht des National Health Service (NHS) legt die zuständige Leiterin für geistige Gesundheit, Claire Murdoch, dar, dass Lootboxen in Videospielen verstärkt zu Suchtproblemen bei Kindern und Jugendlichen führten. Murdoch ist der Meinung, dass Videospielentwickler „Kinder darauf konstituieren, süchtig zu werden“.

NH... wer?

Das britische Gesundheitssystem basiert auf dem Wohlfahrtsprinzip. Die öffentliche Gesundheitsversorgung der gesamten Bevölkerung wird durch Steuern finanziert. Der Dienst für dieses System ist der NHS, bei ihm ist ein Großteil des Personals des Gesundheitswesens angestellt und auch die Abrechnung läuft über den NHS. Das deutsche Versicherungsmodell mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen, sowie am Einkommen orientierte Beiträge zur Finanzierung, funktioniert also etwas anders.

Spielsucht durch Lootboxen: Was konkret fordert der NHS?

Für die NHS soll sich in Zukunft Folgendes ändern:

  • Verbot von Videospielen mit Lootboxen, die Kindern zu Glücksspiel ermutigen.
  • Einführung von fairen und realistischen Ausgabe-Begrenzungen damit Menschen nicht Tausende Pfund für Spiele ausgeben.
  • Nutzer sollen Klarheit darüber haben, wie hoch die prozentuale Chance ist, einen Gegenstand zu erhalten, bevor sie die Lootbox kaufen.
  • Unterstützung der Eltern, indem ihre Aufmerksamkeit für die Risiken von In-Game-Käufen erhöht wird.
  • Die Videospielindustrie soll Verantwortung übernehmen, um Spieler vor möglichen Schäden zu schützen.
  • Ein Abgabe durch die Industrie, um unabhängige Forschung im Bereich Langzeitfolgen von Videospielen zu unterstützen.
  • Ernste Bemühungen aufgrund von fehlenden effektiven Systemen, die Kinder von Plattformen und Spielen mit Altersbeschränkung fernhalten.

Selbstverständlich haben die Briten auch eine Glücksspielkommission, die hier ebenfalls tätig werden sollte. Das Problem ist aktuell eine Lücke im System, da es keine direkte Möglichkeit gibt, den Inhalt einer Lootbox zu Geld zu machen.

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Ob und wie sich die Videospielindustrie zu diesen Forderungen äußern wird, bzw. tätig, ist noch nicht bekannt.

Wie ist eure Meinung zum ewigen Thema „Lootboxen“? Hat der NHS recht und ihre Forderungen sind gerechtfertigt oder schieben sie möglicherweise auch nur die gesamte Verantwortung weiter und lässt nichts davon bei der Gesellschaft und den Eltern?