Hat die Luca-App noch eine Zukunft? Immer mehr Bundesländer ziehen mittlerweile den Stecker und wollen die Verträge kündigen. Neben Kritik von Datenschützern wird der umstrittenen App zur Kontaktnachverfolgung auch mangelnder Nutzen vorgeworfen.

 
Luca-App
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Die Pandemie-Bekämpfung in Deutschland fußt auf mehreren Säulen. Mindestens genauso wichtig wie die mittlerweile berühmten AHAL-Regeln (Abstand, Hygiene, Altagsmaske und Lüften) ist der Kampf an der digitalen Front. Insbesondere die Corona-Warn-App und die Luca-App sollten die Kontaktnachverfolgung für Gesundheitsämter einfacher machen. Doch während erstgenannte weiter Erfolge feiert und bislang mehr als 39 Millionen mal heruntergeladen wurde, sieht es um die Zukunft der Luca-App eher düster aus.

Luca-App: Sachsen-Anhalt und Saarland wollen kündigen

Nach Informationen des MDR möchte Sachsen-Anhalt beschließen, den Vertrag über die Nutzung der Luca-App zu kündigen. Bei einer Kabinettssitzung soll das Landesgesundheitsministerium einen entsprechenden Vorschlag machen.

Einen ähnlichen Schritt erwägt das Saarland. Gegenüber dem SR hat Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling das bestätigt. In der kommenden Woche soll das Kabinett die Kündigung endgültig beschließen, die dann zum 31. März wirksam wird. Als Grund für den Ausstieg wird das negative Echo derer angeführt, die mit der Luca-App gearbeitet haben.

Neben dem Branchenverband Dehoga haben Landkreistag und der Poprat der App ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. So wurde das „Hauptziel der App verfehlt“, lautet das ernüchternde Fazit von Gesundheitsstaatssekretär Kolling.

Den saarländischen Steuerzahler hat die Luca-App bislang 369.000 Euro gekostet, in Sachsen-Anhalt belaufen sich die Kosten auf fast eine Million Euro. Insgesamt haben alle 13 teilnehmenden Bundesländer bisher 21 Millionen für die Luca-App ausgegeben.

So funktioniert die Luca-App: 

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Betreiber der Luca-App möchte mit On-Demand-Service punkten

Für die Nexenio GmbH ist der Ausstieg des Saarlandes und von Sachsen-Anhalt ein weiterer Schlag. Zuvor hatte bereits Schleswig-Holstein bekanntgegeben, den Vertrag mit den Machern der Luca-App zu kündigen. Aufgeben wollen die Luca-Macher aber nicht: In Zukunft soll die Luca-App für die Gesundheitsämter ein On-Demand-Service werden. Darüber hinaus seien auch Preissenkungen und die Integration neuer Funktionen geplant.