Beim Blick auf den Einstiegspreis des neuen Mac Pro dürften viele Beobachter erwarten, dass selbst die CPU-Performance des Basismodells alle anderen Macs in den Schatten stellen würde. Der direkte Vergleich mit dem iMac Pro, iMac oder auch Mac mini zeigt jedoch, dass dies nicht immer der Fall ist.

Mac Pro: Erste Geekbench-Scores gesichtet

Nach dem Verkaufsstart Anfang Dezember, trudeln langsam aber sicher die ersten Exemplare des Mac Pro bei den neuen Eigentümern ein. Diese haben nun nach der Einrichtung auch die ersten Benchmark-Scores beim beliebten Geekbench veröffentlicht. Vertreten sind aktuell unter anderem die Modelle mit 8, 12, 16 und 24 Cores. Zahlen der High-End-Variante mit dem 28-Core-Xeon-Chip fehlen bislang noch.

Ein Blick auf die Performance-Übersicht zeigt dabei schnell, dass sich der Mac Pro im Single-Core-Test hinter diversen anderen und günstigeren Macs einreihen muss. Wenig überraschend beschert die hohe Turbo-Boost-Taktrate von bis zu 5 GHz des 27-Zoll-iMac dem All-in-One-Gerät in diesem Test den ersten Platz. Auch einige Modellvarianten des MacBook Pro und Mac mini liegen vor dem Mac Pro und iMac Pro. Anwender, dessen Anwendungen ausschließlich nur einen einzelnen CPU-Kern beanspruchen, machen also mit einem iMac einen besseren Kauf.

Die Benchmark-Situation ändert sich jedoch schnell, wenn man etwa einen Blick auf die Ergebnisse des Multi-Core-Tests wirft. Hier können die Xeon-Prozessoren mit vielen Kernen die Konkurrenz deutlich hinter sich lassen. So hat der aktuelle Spitzenreiter, der Mac Pro mit 24 Kernen, 17.733 Punkte. Es ist zu erwarten, dass das Modell mit 28 Kernen nochmal ein gutes Stück schneller sein wird. Der erste nicht-Xeon-Mac ist in diesem Benchmark ein iMac mit 8 Kernen und 8.202 Punkten. Das Basismodell des neuen Mac Pro mit ebenfalls 8 Kernen kommt auf 7.566 Punkte.

So könnte der Mac mini zu einem erweiterbaren Tower-Mac werden:

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Apples Mac mini wird jetzt zum „Mac Pro“: Günstige Alternative zum Super-Rechner

Mac Pro: Die Gründe für den Kauf des Tower-Macs

Aber selbst der Mac Pro mit 8 Kernen kann je nach Einsatzzweck alleine durch seine Erweiterbarkeit die anderen Macs ausstechen. Wer etwa mehr als 256 GB RAM benötigt, überschreitet die Möglichkeiten des iMac Pro. Darüber hinaus bietet Apple mit der Afterburner genannten Zusatzkarte auch eine Option für den Mac Pro an, die die Arbeit mit ProRes-Codecs deutlich beschleunigt.

Wie hilfreich diese Option ist, zeigt YouTuber Jonathan Morrison in einem aktuellen Video. Die Karte übernimmt die Wiedergabe von hochauflösenden Videos und gibt der CPU und GPU damit Luft zum durchatmen. Damit kann auch eine Basiskonfiguration des Mac Pro problemlos zum professionellen Videoschnitt von 4K- oder 8K-Material genutzt werden. Apple selbst spricht von einer Wiedergabe „von bis zu 6 Streams für 8K ProRes RAW oder bis zu 23 Streams für 4K ProRes RAW“.