Es kommt nicht häufig vor, dass Apple ganz offiziell vor der Nutzung eines äußerst beliebten Zubehörs warnt. Genau dies ist aber aktuell der Fall beim MacBook Pro und MacBook Air. Hier kann ein kleiner Fehler zu einer möglicherweise teuren Reparatur führen.

 

MacBook Air 2020

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MacBook Air 2020

Apple MacBook: Kameraabdeckungen können Displays beschädigen

Seit vielen Jahren gehört die Kamera im oberen Bereich des Notebookdeckels auch beim MacBook zur Standardausstattung. Seitdem erfreuen sich jedoch ebenfalls Kameraabdeckungen großer Beliebtheit, um sich vor etwaigen Hackern, die die Kamera zum Spionieren ausnutzen wollen, zu schützen. Wie ifun.de berichtet, warnt Apple nun ganz offiziell in einem aktuellen Support-Dokument vor diesen Kameraabdeckungen.

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Laut Apple kann eine Kameraabdeckung dafür sorgen, dass beim Schließen des MacBooks das Display beschädigt wird. Als Grund nennt man den zu geringen „Abstand zwischen dem Display und der Tastatur“. Dieser Warnhinweis betrifft damit also primär Abdeckungen, die zu dick sind. Außerdem kann eine derartige Abdeckung Einfluss auf die Steuerung der automatischen Helligkeit oder den True-Tone-Sensor haben.

Apple selbst gibt aber einige Tipps, wenn eine Abdeckung zwingend erforderlich ist. So sollte die „Kameraabdeckung nicht dicker als ein Blatt Druckerpapier (0,1 mm)“ sein. Außerdem sollte sie keine Klebstoffreste hinterlassen. Sollte die Abdeckung dicker als die vorgeschlagenen 0,1 mm sein, sollte diese vor dem Schließen des MacBooks entfernt werden.

Auch beim MacBook Pro könnte eine simple Kameraabdeckung zum teuren Displaydefekt führen:

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MacBook: Apple rät auf die grüne Statusanzeige neben der Kamera zu achten

Anstelle sich der Gefahr eines Displaydefekts durch eine zu dicke Kameraabdeckung auszusetzen, rät Apple seinen Nutzern dazu, ein genaues Auge auf die grüne Statusanzeige neben der Kamera zu haben. Diese ist laut Apple so konzipiert, dass sie leuchtet, wenn die Kamera aktiv. Eine Deaktivierung der kleinen LED sei nicht möglich.

Softwareseitig erlaubt Apple außerdem seit macOS Mojave eine genaue Steuerung, welche Apps Zugriff auf die Webcam im MacBook haben. Diese Einstellungen findet ihr in Systemeinstellungen > Sicherheit > Datenschutz > Kamera. Alternativ gibt es kleine Apps, zum Beispiel OverSight von Objective-See, die ebenfalls vor einem Zugriff einer App auf die Webcam oder Mikrofon warnen. Will eine App darauf zugreifen, erscheint ein Dialog, in dem entschieden werden kann, ob man der App vertrauen will oder nicht.

Muss es jedoch eine Hardware-Lösung sein, bietet beispielsweise das Unternehmen PanzerGlass einen leicht abnehmbaren Displayschutz für diverse MacBooks an. Der sogenannte „Dual Privacy-Bildschirmschutz“ besitzt nicht nur einen kleinen Kunststoffschieber für die Kamera, sondern schützt auch neugierigen Blicken von der Seite. Vor dem Schließen des Displays kann der Schutz leicht entfernt werden, da er lediglich über die integrierten Magnete am MacBook-Bildschirm haftet.

Holger Eilhard
Holger Eilhard, GIGA-Experte für iPhone, iPad, Mac und alles andere zum Thema Apple.

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