Im Rahmen der WWDC kündigte Apple nicht die kommenden Versionen von iOS, iPadOS oder watchOS an. Auch der Mac bekam seine Zeit im Rampenlicht. Präsentiert wurde macOS Big Sur, das als Version 11 den großen Sprung verdeutlicht.

 

macOS 11.0 Big Sur

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macOS Big Sur: Endgültiger Abschied von Mac OS X

Apple zeigt mit macOS Big Sur, dass sich der Mac ein großes Update verdient hat. Die Zeit ist gekommen, um sich endgültig von Mac OS X und den letzten macOS-10.x-Versionen zu verabschieden: macOS Big Sur trägt nun nämlich Versionsnummer 11.0.

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Beim Blick auf die Neuerungen wird auch schnell klar, was diesen großen Sprung in der Geschichte des Macs und macOS legitimiert. Die größte Änderung für die Zukunft ist die Ankündigung von „Apple Silicon“ – also Macs, die mit Apples eigenen Prozessoren ausgestattet sind und nicht länger auf Intel-Chips setzen.

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Abseits der neuen Architektur zeigen sich aber auch an der Oberfläche große Neuheiten. Apple selbst bezeichnet die neue Optik als das „größte Design-Upgrade seit der Vorstellung von Mac OS X“. So wurden alle Elemente der Oberfläche überarbeitet, egal ob es sich hierbei um Icons, Schaltflächen, Dock oder Menüleiste handelt. Auch neue Sound-Effekte soll es laut Apple geben.

Aber natürlich befinden sich hinter dem neuen Design auch eine Vielzahl neuer Funktionen. So findet sich in der Menüleiste nun beispielsweise ein Kontrollzentrum, ganz so, wie wir es von iOS und iPadOS kennen. Es erlaubt beispielsweise die Kontrolle über Wi-Fi, Bluetooth, Sound, Display-Helligkeit oder der Musikwiedergabe – eben genauso wie auf iPhone oder iPad. Bei Bedarf können einzelne Elemente für einen noch schnelleren Zugriff direkt in die Menüleiste gezogen werden. Passend zum Kontrollzentrum gibt es aber auch eine überarbeitete Nachrichtenzentrale, in der die neuen Widgets und sonstigen Benachrichtigungen zu finden sind.

Die Neuheiten, die uns Apple am ersten Tag der WWDC 2020 präsentierte, findet ihr in dieser kurzen Zusammenfassung:

WWDC 2020 – Apples Zusammenfassung: iOS14, iPadOS 14, watchOS 7, macOS Big Sur etc.

Safari in Big Sur: Noch mehr Privatsphäre und Geschwindigkeit

Apples Browser Safari hat erwartungsgemäß ebenfalls eine Reihe von Verbesserungen erhalten. So spricht Apple beispielsweise von weiteren Performance-Sprüngen. Im Vergleich zu Google Chrome soll die JavaScript-Engine von Safari durchschnittlich um 50 Prozent schneller sein.

In Safari wurden die generellen Designänderungen aber natürlich auch weitergeführt. So wurden die Tabs laut Apple vollständig neu designed, um damit die Navigation zu erleichtern. So sind Favicons ab sofort standardmäßig aktiviert, was das Finden eines gewünschten Tabs vereinfacht. Bewegt man den Mauszeiger über einen Tab – ohne diesen anzuklicken – zeigt Safari außerdem eine kleine Vorschau der Seite an.

Wie bereits in früheren Gerüchten berichtet, verfügt der neue Browser über einen integrierten Übersetzungshelfer. Dieser erkennt fremdsprachige Seiten automatisch und erlaubt daraufhin auf Wunsch eine Übersetzung. Derzeit werden sieben Sprachen unterstützt. Dazu gehören Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch und brasilianisches Portugiesisch.

Im Bereich der Privatsphäre bietet Safari nun eine Übersicht aller Tracker, die auf einer Webseite gefunden wurden. Ein noch ausführlicherer „Privacy Report“ zeigt auf Wunsch detailliertere Informationen an. Über den Mac App Store können außerdem in Zukunft neue Erweiterungen für Safari installiert werden. Diese können ebenfalls genauestens kontrolliert werden, um einer Erweiterung beispielsweise nur Zugriff auf bestimmte Seiten zu geben.

Nachrichten und Maps: Apple bedient sich bei iPhone und iPad

Viele der Neuheiten, die Apple bereits in iOS 14 und iPadOS 14 für die Nachrichten- und Karten-App vorgestellt hat, sind auch auf dem Mac zu finden. Dies führt dazu, dass sich die beiden Apps auf den drei Betriebssystemen endlich deutlich annähern.

So können nun unter anderem auch auf dem Mac Memojis erstellt und bearbeitet werden. Nachrichteneffekte wie Ballons oder Konfetti werden ebenfalls unterstützt. Die Verbesserungen bei Gruppennachrichten finden sich auch auf dem Mac. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz von Mac Catalyst, einer Technologie, die eine Portierung existierender iOS-/iPadOS-Apps vereinfacht. Es handelt sich also bei den beiden Apps um „Übersetzungen“ der iPadOS-Versionen.

macOS Big Sur: Grundlage zur Steuerung mit dem Finger?

Passend zum neuen Design der System-Apps hat Apple des Weiteren schon neue Versionen von Pages, Numbers und Keynote – angekündigt, die sich nahtlos an die neue Optik anpassen. Insgesamt zeigt sich das Design deutlich „luftiger“. Einige Beobachter gehen sogar noch einen Schritt weiter und sagen voraus, dass dies ein erster Schritt ist, um macOS eine Bedienung mit den Fingern zu ermöglichen. Mac und iPad rücken also immer enger zusammen.

Die finale Version von macOS Big Sur wird im kommenden Herbst verfügbar sein. In den vergangenen Jahren war dies üblicherweise im September oder Oktober der Fall. Wagemutige können sich vorab für die Beta-Version registrieren; es gelten dieselben Regeln wie in den Vorjahren. Der öffentliche Beta-Test soll laut Apple im Juli beginnen. Die erste Entwickler-Beta steht bereits jetzt zum Download bereit.

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