Mario Kart Tour im Ersteindruck – Wir haben es angespielt und das ist unsere Meinung

Laura Li Tung 2

Mario Kart Tour ist jetzt verfügbar und bringt ein altehrwürdiges Nintendo-Franchise auf die mobilen Geräte. Einem Raketenstart gleich, katapultiere sich der Klassiker mit über 100 Millionen Downloads auf den ersten Platz der iOS- und Android-Charts. Was es mit dem Hype auf sich hat und was die drei GIGA-Redakteure Lisa, Alex und Laura davon halten, möchten wir euch nicht weiter verheimlichen.

Vorbei an überlasteten Servern, schlängelten wir uns durch die Reihen der Nutzer, um das begehrte Spiel zu testen. „Fängt ja gut an.“, dachten wir uns. Denn wir konnten es kaum erwarten in den Rennwagen zu steigen, den Gang einzulegen und unsere Freunde mit einem fulminaten Raketenstart Staub fressen zu lassen. Doch es kam alles anders als wir dachten.

In diesem Sinne möchte ich gar nicht lange um den heißen Brei herumquatschen, sondern die Redakteure sprechen lassen, die sich aufopfernd hinter das Lenkrad geschmissen haben. Meine Meinung hebe ich mir für das Ende auf, denn wie wir alle wissen, kommt das dicke immer zum Schluss.

Alex, der Rennprofi

Unglaublich aber wahr: Mario Kart Tour bietet einige Features, die ich in Mario Kart 8 vermisst habe. Exklusive Items für jeden Fahrer wurden in Double Dash schon etabliert – schön, sie in der mobilen Variante des Spiels wiederzusehen! Ein Levelsystem und gezielt freischaltbare Fahrer, Karts und Fallschirme motivieren beim Spielen. Solche Funktionen wünsche ich mir für den nächsten Mario-Kart-Titel der Hauptreihe. Das Spiel läuft flüssig und sieht für ein Handyspiel sogar ganz ordentlich aus.

Der fehlende Multiplayer ist ein großes Problem

Gerade das ist doch das, was Mario Kart schon immer ausgemacht hat! Gut, dass da in einem zukünftigen Update nachgeholfen wird, schade jedoch für jetzt.
Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit in Ordnung. Einhand-Bedienung hin oder her – ich würde mich freuen, wenn Nintendo bald einen etwas anspruchsvolleren Bedienungsmechanismus hinterher wirft. Sich zwischen ’nur lenken‘ und ’nur driften‘ zu entscheiden, ist ernüchternd.

Noch eine Sache zu den Mikrotransaktionen: Ich blick gar nicht durch, was ich wo, wie und mit welcher Währung kaufen kann. Aber offenbar scheinen die Echtgeld-Upgrades nur kosmetischer Natur zu sein – immerhin!

Lisa, das Fan-Girl

Ich liebe Mario Kart! Als vor einiger Zeit Mario Kart 8 als Deluxe-Version auf die Switch kam, habe ich mich gefreut, den Klassiker endlich auch unterwegs spielen zu können – ohne zu wenig Grafik-Power wie auf dem 3DS. Allerdings: Mario Kart auf der Switch packe ich dann doch nur dann unterwegs aus, habe ich eine längere Strecke vor mir. Für tägliche Fahrten zwischen zehn und zwanzig Minuten kommt jetzt Mario Kart Tour dahergerast. Perfekt?

Gut für kurze Fahrten, mehr wahrscheinlich nicht

Auf den ersten Blick schon: Die Steuerung ist simpel, das Spiel ist mit nur einer Hand bedienbar und kann damit sogar stehend in der Bahn gezockt werden – besser als Pokémon GO! Die ersten Rennen habe ich fabelhaft gemeistert – ich war selbst überrascht. Allerdings: Arg viel weiter bin ich noch nicht gekommen, den ersten Cup habe ich noch nicht abgeschlossen.

Ich frage mich: Lassen die Entwickler mich Anfangs mit Absicht gewinnen, damit ich angefixt bin und nicht so schnell aufgebe und im besten Fall Geld ausgebe, sobald es ohne In-Game-Käufe unschaffbar schwer wird? Ich hoffe natürlich nicht, dass sich das bewahrheitet, doch ich habe es leider im Gefühl. Ein gutes Spiel, aber viel ausgeben werde ich dafür sicherlich nicht, denn dazu ist es leider zu simpel – und dann kann ich auch einfach Mario Kart auf der Switch spielen, ohne weitere Kosten.

Laura, die Ewigletzte

Ich gestehe. Mario Kart war stets ein Mittel meine Freunde himmelhoch jauchzend über mich triumphieren zu lassen. Das Gefühl der ewigen Verliererin machte mich so fertig, dass ich mir heimlich, still und leise vornahm, in meinem dunklen Kämmerchen zu trainieren, um eines Tages die Weltherrschafft … meine Freunde ein für alle Mal zu besiegen. Doch dafür stand mir mein nicht vorhandener Fleiß und mein Ungeschick im Weg.

Mario Kart Tour schien mir eine gute Lösung mein Training auf die öffentlichen Verkehrmittel auszulagern. Fix heruntergeladen, konnte ich nach einer kurzen Wartezeit endlich spielen und bekam als zufälligen Charakter Peachette zugeteilt. Ein Rennen später erfreute ich mich über einen weiteren Charakter: Peach. Das kann doch nicht euer Ernst sein.

Was ist nun mit dem Spiel?

Die Steuerung von Mario Kart Tour ist, wie mein Vorredner schon erwähnte, gewöhnungsbedürftig, aber selbst untalentierte Menschen, wie ich, können relativ schnell einen Weg auf die Strecke zurückfinden. Herunterfallen oder außerhalb der Strecke zu fahren, grenzt an eine Unmöglichkeit. Ein paar Rennen gefahren und selbst das Driften stellt weniger Probleme dar, als ich dachte. Das Spielen macht Spaß und auch ein Wiedersehen mit alten Strecken lässt selbst Mario-Kart-Muffel ganz nostalgisch werden.

In Mario Kart Tour fahrt ihr die Strecken jedoch nicht einfach nach freiem Belieben, stattdessen befindet sich das Game in aufeinanderfolgenden Touren von jeweils zwei Wochen Dauer. Den Beginn zum Release macht die New-York-Tour. Jede Tour besteht aus einer Vielzahl von Rennen und Rennmissionen, die ihr absolvieren müsst, dafür gibt es verschiedene Belohnungen wie Münzen, Rubine und neue Inhalte wie Fahrer, Gleiter und Karts.

Du willst Mario Kart Tour selbst ausprobieren? Das Spiel ist für iOS im Apple App Store und für Android im Google Play Store kostenlos verfügbar.

Mario Kart Tour
Entwickler: Nintendo Co., Ltd.
Preis: Kostenlos
Mario Kart Tour
Entwickler: Nintendo Co., Ltd.
Preis: Kostenlos

Können wir kurz über Mikrotransaktionen reden, Nintendo?

Nintendo, ich kann verstehen, dass ihr Geld machen müsst, aber ist die Switch nicht schon erfolgreich genug?

Ein so schönes Franchise zu nehmen und ein cooles Gameplay in Mikrotransaktions-Handschellen zu legen, tritt mein Nintendo-Fangirl-Herz mit Füßen. Für spezielle Geschenke, Abzeichen und den schnellen 200ccm-Modus soll der Spieler sogar den sogenannten „Gold Pass“ kaufen, der mit monatlich 5,49 Euro zu Buche schlägt. Damit ist das Gold-Abo von Mario Kart teurer als die komplette Apple Arcade-Bibliothek, die aktuell über 100 Spiele ohne Werbung und In-App-Käufe für 4,99 Euro im Monat bietet.

Was ist nur aus eurem Innovationsgeist geworden? ╥﹏╥

Was haltet ihr von Mario Kart Tour? Schreibt es uns gern in die Kommentare.

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