Amazon legt Kunden Steine in den Weg, wenn diese das Prime-Angebot kündigen möchten. Das legen interne Dokumente nah, die jetzt an die Öffentlichkeit geraten sind. Das bislang geheime „Project Iliad“ von Amazon ist demnach erfolgreich, denn die Kündigungsrate geht nach unten.

 
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Amazon Prime: Kündigung künstlich erschwert

Der Premium-Dienst von Amazon bietet einige Vorteile, ist aber mit 69 Euro im Jahr nicht gerade günstig. Da ist es kein Wunder, dass sich der eine oder andere Kunde im Laufe der Zeit umentscheidet und das Prime-Abo dann doch lieber kündigen möchte. Genau das will Amazon um jeden Preis verhindern, wie jetzt geleakte Dokumente zeigen. Intern läuft das Abschreckungsprogramm unter der Bezeichnung „Project Iliad“, benannt nach einem 24-bändigen Epos.

Seit dem Jahr 2017 soll Kunden den neuen Berichten zufolge Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie Amazon Prime kündigen möchten. Den geheimen Dokumenten nach ist das interne Programm für Amazon ein echter Erfolg. Die Kündigungsrate soll um 14 Prozent gesunken sein, heißt es.

So könnt ihr Amazon Prime kündigen:

„Mehrere Ebenen von Fragen und neuen Angeboten“ müssen Prime-Mitglieder über sich ergehen lassen, bevor das Abonnement endlich gekündigt werden kann (Quelle: Business Insider). Dieser mehrstufige Kündigungsprozess – von dem eine Variante weiterhin aktiv ist – sei nur eines von vielen Beispielen für die subtilen Designentscheidungen Amazons, um Kunden von einer Prime-Kündigung abzuhalten. Das Prinzip ist auch als „Dark Patterns“ bekannt.

Im Video: Das bietet Amazon Prime.

Amazon Prime: Die 9 größten Vorteile im Überblick Abonniere uns
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Amazon: Prime lässt sich einfach kündigen

Einem Sprecher von Amazon Prime zufolge lässt sich das Abo-Angebot „klar und einfach“ kündigen. Kunden würden Wahlmöglichkeiten deutlich aufgezeigt, heißt es offiziell. „Transparenz und Vertrauen der Kunden haben für uns höchste Priorität“, meint Jamil Ghani, Vizepräsident von Amazon Prime.