Neuer Chip löst viele Probleme: Android-Smartwatches vor Comeback?

Simon Stich

Smartwatches können im Alltag sehr nützlich sein – doch die Leistung lässt leider oft zu wünschen übrig. Das hat nun auch Chiphersteller Qualcomm erkannt. Mit einem neuen Prozessor sollen Probleme mit der Performance endlich der Vergangenheit angehören. Auch die Akkulaufzeit unter Googles Wear OS, vormals als Android Wear bekannt, könnte sich deutlich erhöhen.

Neuer Chip löst viele Probleme: Android-Smartwatches vor Comeback?
Bildquelle: GIGA - LG Watch W7.

Qualcomm: Neuer Chip für Android-Smartwatches kommt

Schneller, effizienter, stromsparender: So lässt sich zusammenfassen, was Hersteller Qualcomm anscheinend mit seiner nächsten Generation der Smartwatch-Chips vorhat. Ersten Informationen zufolge verabschiedet sich Qualcomm von älteren Fertigungstechniken und setzt beim neuen Prozessor auf mehr Leistung bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch.

WinFuture zufolge wird der neue Chip für Smartwatches auf den Namen Snapdragon Wear 429 oder Snapdragon Wear 2700 hören. Die Unterschiede zur aktuellen Generation sind enorm: Statt auf veraltete 32 Bit zu setzen, wagt der Hersteller endlich den Sprung auf 64 Bit. Damit einher geht auch eine neue Architektur des Prozessors, der im 12-nm-Fertigungsverfahren hergestellt werden soll. Vier ARM Cortex-A53-Kerne sollen dabei helfen, Smartwatches zu mehr Rechenleistung zu verhelfen. Hinzu kommen wohl wieder Co-Prozessoren, die nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Smartwatch kleinere Aufgaben zu erledigen hat. Die Taktrate soll bei voller Belastung bei bis zu 2,0 GHz liegen – in aktuellen Chips liegt sie bei 1,1 GHz.

In der LG Watch W7 kommt noch der Snapdragon Wear 2100 als Prozessor zum Einsatz. Was wir von der Uhr halten, seht ihr hier im Video:

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Qualcomm testet die neue Plattform im Zusammenspiel mit 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Festspeicher. Bluetooth 5.0 sowie ein schnelles LTE-Modem sollen ebenfalls mit zum Gesamtpaket gehören. Prinzipiell ließe sich der Snapdragon Wear 429 oder Wear 2700 mit dem Smartphone-Chip Snapdragon 429 vergleichen, der unter anderem im günstigen Mittelklasse-Handy Nokia 3.2 zum Einsatz kommt, das gerade erst veröffentlicht wurde.

Besserer Chip: Neue Chance für Wear OS?

Laut WinFuture handelt es sich derzeit noch um einen recht frühen Entwicklungsstatus. Es dürfte also noch etwas Zeit vergehen, bis Qualcomm den Chip offiziell vorstellt. Bis dann auch wirklich Smartwatches mit ihm ausgeliefert werden, wird es noch dauern. Möglich wäre eine erste Produktvorstellung erst 2020.

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Für Googles Wear OS ist die neue Chip-Entwicklung aber eine gute Nachricht. Die ultramobile Plattform ist zwar auf vielen Smartwatches im Einsatz, überzeugt dort aber nicht alle Nutzer. Ladezeiten und ein allgemein eher träges Verhalten sorgen dafür, dass die Plattform nicht den besten Ruf hat. Hinzu kommt auch, dass einige Hersteller noch auf Hardware setzen, die bereits mehrere Jahre alt ist – obwohl neue Chips bereits zur Verfügung stehen. Mit dem Snapdragon Wear 429 oder Wear 2700 bekommt wohl auch Wear OS eine neue Chance, sich gegen die Apple Watch zu beweisen. Eine „Pixel Watch“ könnte da den Anfang machen.

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