Nintendo kämpft mit harten Bandagen: Bereits seit unzähligen Jahren bemüht sich der Spielehersteller, Hackern und Moddern den Garaus zu machen – mit Erfolg, wie ein neues Urteil zeigt. Dank des FBIs konnten nun einige der echten Drahtzieher endlich dingfest gemacht werden. Mehr dazu am Ende des Artikels.

 

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Urteil gefällt: Verkauf von Hacking-Software für die Nintendo Switch ist illegal

Nintendos Rechtsabteilung hat gerade keine ruhige Minute. Nachdem man gegen eine Einzelperson just den Kürzeren zog und sich vor Gericht geschlagen geben musste, konnten die Anwälte des japanischen Spieleherstellers dieses Mal im Kampf gegen Switch-Hacker einen Sieg davontragen. Doch worum ging es eigentlich?

Schon im Mai 2020 leierte Nintendo ein Gerichtsverfahren gegen den Verkäufer UberChips an. Das US-Unternehmen verdiente sein Geld unter anderem damit, Produkte der Hacking-Gruppe Team Xecuter zu verkaufen, welche den Kopierschutz der Nintendo Switch und ihrer Spiele umgehen. Die Folge: Auf den gemoddeten Konsolen können fortan raubkopierte Spiele installiert und gestartet werden.

Das passte Nintendo natürlich gar nicht in den Kram – und zwar zurecht, wie nun ein Gericht in Ohio entschied. Das Ergebnis: Der Verkäufer UberChips muss Nintendo Schadensersatz in Höhe von stolzen zwei Millionen US-Dollar zahlen und verpflichtet sich zudem dazu, keine derartigen „Umgehungsvorrichtungen“ mehr zu verkaufen sowie den Restbestand der Produkte zu vernichten.

Für Nintendo dürfte das Geld zwar kaum die Rede wert sein, der Online-Shop hingegen ist seitdem nicht mehr im Netz auffindbar – hier haben sich die digitalen Vertriebspforten wahrscheinlich für immer geschlossen.

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Gehackte Nintendo-Hardware: Ein bekanntes Problem

Für Nintendo dürften solche Gerichtsverfahren inzwischen beinahe zum Alltag gehören. Auch in früheren Konsolengenerationen musste man sich mit Moddern rumschlagen, die versuchten, den Kopierschutz der Geräte zu umgehen. So waren etwa die R4-Cartridges in der Hochzeit von DS und 3DS im Homebrew-Bereich sehr gefragt.

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Update vom 05. Oktober 2020: Nintendo scheint einen Lauf zu haben. Nachdem man erst einen Shop durch ein Gerichtsverfahren aus dem Verkehr ziehen konnte, der einige Hacking-Tools für die Switch anbot, sind nun auch zwei Mitglieder des Hacking-Teams Xecuter vom FBI festgenommen worden, wie aus einer offiziellen Meldung des Department of Justice hervorgeht. Neben den Verhafteten Max Louarn und Gary Bowser steht auch Yuanning Chen vor Gericht. Das Trio war unter anderem für die Herstellung und die Distribution der Hacking-Tools verantwortlich und sieht sich nun 11 Anklagepunkten gegenübergestellt – darunter Betrug und Geldwäsche.

Noch wird der Fall untersucht, ein Urteil wurde bislang nicht gefällt. Ob die Anklage den Beschuldigten alle Straftaten nachweisen kann, bleibt abzuwarten. Nintendo dürfte jedoch froh darüber sein, dass zumindest ein Teil der Switch-Hacker erstmal aus dem Verkehr gezogen sind.