Ohne Bargeld: Lidl testet neues Bezahlsystem – aus gutem Grund

Simon Stich 3

Lidl arbeitet an einem mobilen Bezahlsystem, das schon 2020 auch in Deutschland an den Start gehen könnte. In einem anderen europäischen Land wird Lidl Pay bereits getestet. Aber kann sich das überhaupt lohnen, wenn Google Pay und Apple Pay schon verfügbar sind?

Ohne Bargeld: Lidl testet neues Bezahlsystem – aus gutem Grund
Bildquelle: Jeff J Mitchell/Getty Images.

Lidl Pay: Mobiles Bezahlen beim Discounter

Der Discounter Lidl testet derzeit in Spanien seine neue „Lidl Pay“-App. Hier können Kunden ihre Einkäufe über einen QR-Code bezahlen, der an der Kasse des Supermarkts gescannt wird. Zuvor muss eine Kreditkarte in der App hinterlegt worden sein. Bis zu einem Start in Deutschland könnte Lidl laut FAZ auch eine Zahlung per Lastschrift ermöglichen, um das mobile Bezahlen einem größeren Kundenkreis zu ermöglichen. Allerdings soll die Nutzung von der Kunden-App „Lidl Plus“ abhängig sein, die hierzulande derzeit nur in Berlin und Brandenburg  verfügbar ist. Lidl Plus bietet Rabatte und exklusive Aktionen. Kassenbons werden hier digital gespeichert und das aktuelle Wochenprospekt kann eingesehen werden.

Wann genau Lidl Pay auch hierzulande verfügbar sein wird, ist wohl noch nicht zur Gänze geklärt. Der Test in Spanien dürfte dazu aber bald Antworten geben. Derzeit wird davon ausgegangen, dass Deutschland dann 2020 flächendeckend an der Reihe ist. Das mobile Bezahlsystem soll in ganz Europa eingeführt werden, heißt es. Lidl selbst hat sich dazu aber noch nicht geäußert. Auch der Name Lidl Pay wurde bislang noch nicht offiziell bestätigt.

Wie das mobile Bezahlen mit Apple Pay funktioniert, zeigen wir euch hier im Video:

TECH.täglich vom 11.12.2018 – das Apple-Pay-Special.

Lidl Pay: Eigene Lösung wegen Gebühren

Warum Lidl überhaupt an einem eigenen Bezahlsystem arbeitet, statt wie die Konkurrenz einfach auf Google Pay oder Apple Pay zu setzen, dürfte schnell klar werden: Lidl möchte selbst einen Stück des Kuchens abbekommen. Google Pay und Apple Pay sind zwar jetzt schon recht verbreitet, allerdings werden für den Händler bei jedem Einkauf Gebühren fällig – ähnlich wie beim Bezahlen mit einer Kreditkarte. Die Gebühren bei Google und Apple sollen zwischen 0,15 und 0,2 Prozent des Einkaufswertes liegen. Gerade bei Discountern, die eher eine kleine Marge einstreichen, dafür aber ein großes Volumen absetzen, könnte ein eigenes System am Ende günstiger werden. Konkurrent Aldi hingegen möchte derweil keine eigene Lösung anbieten.

Hinzu kommt auch noch der nicht gerade unwichtige Faktor Daten. Mit Lidl Pay und Lidl Plus weiß der Discounter ganz genau, welche Kunden welche Produkte kaufen. Google und Apple bleiben da außen vor.

Wer nicht auf Lidls Bezahlsystem warten und lieber jetzt schon mobil mit dem Handy bezahlen möchte, der kann sich für Google Pay oder Apple Pay entscheiden. Um den Umstieg etwas schmackhafter zu machen, bietet Comdirect gerade eine Aktion an, bei der es zu einem Girokonto ein Guthaben über 75 Euro gibt*. Der Bonus wird ausgezahlt, wenn Google Pay oder Apple Pay in den ersten drei Monaten dreimal genutzt wird.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung