Die eigene Identität mit dem Smartphone nachweisen: Ein neues Gesetz soll die Akzeptanz des elektronischen Identitätsnachweises in der Bevölkerung deutlich verbessern. Ein wichtiges Problem besteht aber nach wie vor bei der Hardware, wie sich zeigt.

 

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eID: Online-Ausweis auf dem Smartphone

Der Bundestag hat ein neues Gesetz rund um die elektronische Identität (eID) beschlossen. Demnach sollen bald auch Smartphones und Tablets zum Nachweis der eigenen Identität herangezogen werden können. Damit werde der bereits bestehende Online-Ausweis deutlich einfacher einsetzbar, so die Hoffnung. Die Akzeptanz der Methode soll gesteigert werden, die Bundesregierung verspricht sich einen Anstieg bei der Nutzung um mindestens 50 Prozent.

Dem neuen Gesetz zufolge soll das Smartphone als „Besitzelement“ Teil der Identifikation werden. Die erforderlichen Daten für den Identitätsnachweis sollen dabei über „ein sicheres Verfahren“ aus dem Speicher des Handys transferiert werden, wie heise online berichtet. Die zur Übertragung notwendigen Schlüssel sollen online beantragt werden können, so der Plan. Als Inhaber des Ausweises sollen Daten bei Bedarf auch manuell auf dem Smartphone gelöscht werden können.

Die Entwicklungskosten für das System werden mit rund 19 Millionen Euro beziffert. Darüber hinaus ist von jährlichen Betriebskosten in Höhe von 25,4 Millionen Euro zu rechnen. Über den Online-Ausweis auf dem Handy sollen Bürger jedes Jahr „um 11.1806 Stunden“ entlastet werden, so die äußerst exakte Prognose.

Im Video: So wird ein Personalausweis beantragt und verlängert.

Personalausweis beantragen oder verlängern

eID: Online-Ausweis nicht mit allen Handys

Für den Online-Ausweis auf dem Handy wird ein dazu geeignetes Smartphone benötigt. Hier ist die Liste der unterstützten Geräte noch sehr kurz. Derzeit ist ein Nachweis der Identität nur bei Handys von Samsungs Galaxy-S20-Reihe möglich.

Für das neue Gesetz, das im September 2021 in die Praxis umgesetzt werden soll, stimmten CDU/CSU und SPD. Enthaltungen gab es sowohl von den Grünen wie auch von der FDP. Gegen das Gesetz stimmten Die Linke sowie die AFD.