Im Zuge von Pandemie und Geschäftsschließungen setzen Händler verschiedenster Bereiche für ihr Geschäft verstärkt auf den Online-Verkauf, so auch Ikea. Ob Click&Meet oder Click&Collect, viele neue Systeme haben sich so ergeben. Letzteres hat sich für den Möbelhändler nicht so recht ausgezahlt, doch man ist nicht untätig.

 

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Kritik an Ikea: Kunden zahlen für Click&Collect Strafgebühren

Seit Ende vorigen Jahres setzt Ikea verstärkt auf Online-Bestellungen, welche die Kundinnen und Kunden dann selbst im Möbelhaus zu einem vereinbarten Termin abholen. Der Service Click&Collect wird auch von vielen anderen Händlern angeboten, doch er hat eine entscheidende Schwäche: Es „vereint das Schlechteste aus beiden Welten: Ich kann es vorher nicht anfassen und muss auch noch selbst fahren“, erklärt Alexander Graf, Experte für E-Commerce (Quelle: ntv).

Er hält Click&Collect aus diesem Grund für nicht zukunftsfähig. Unternehmen und Händler, die am Markt bestehen wollen, müssten stets innovativ sein, sich weiterentwickeln. Die selbst abgeholte Online-Bestellung ist für ihn ein kurzlebiges Auslaufmodell.

Ikea jedoch wirft er vor, sie in den vergangenen Monaten besonders schlecht umgesetzt zu haben: Er spricht sogar von einer Strafgebühr für Kunden, denn das Möbelhaus verlangt für Click&Collect pauschal 10 Euro pro Bestellung (Quelle: Ikea). Zwar ist das immer noch weniger als die Liefergebühren bei Online-Bestellung nach hause, doch gibt es eben auch Anbieter, bei denen keine Extrakosten anfallen. Auch einige andere Unternehmen seien so vorgegangen, erklärt der Experte.

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Ikea kennt das Problem: „Da wird jetzt richtig Gas gegeben“

Die Begründung, die Bestellkosten würden für die Zusammenstellung der Bestellungen in den großen Warenhäusern anfallen, lässt er nicht gelten, bezeichnet sie als „etwas abstrus“. Inzwischen habe man bei Ikea das Problem allerdings erkannt und arbeite an sich, so der E-Commerce-Experte weiter. „Da wird jetzt richtig Gas gegeben.“

An seiner grundsätzlichen Einschätzung für den Online-Handel hält er aber fest: „In den letzten 15 Jahren hat sich niemals ein Fall ergeben, wo es ein Unternehmen geschafft hat, gegen reine Online-Unternehmen Marktanteile zurückzugewinnen.“ Wer eine prominente Position am Markt hat, brauche eine eigene Online-Plattform.

In dieser Hinsicht macht Ikea also schon seit langer Zeit alles richtig. Das Online-Angebot baut der Möbelhändler stetig aus, zuletzt mit der dritten Generation der erfolgreichen Sonos-Lautsprecher Symfonisk, dieses Mal in Form eines Bilderrahmens.