An eine PS5 zu kommen ist nach wie vor schwer, Bots kaufen die Lagerbestände von Online-Händlern binnen Minuten leer und normale Kunden haben keine faire Chance an eine Konsole zu kommen. „Inakzeptabel“ finden das nun auch britische Politiker.

 

PlayStation 5

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Erst gestern machte eine in Großbritannien und der EU aktive Bot-Software mit dem automatisierten Kauf von 2.000 PS5 auf sich aufmerksam, die dem Weiterverkauf zu Wucherpreisen dienen sollten. Der betroffene Händler wurde schnell aktiv, doch das löst das grundlegende Problem nicht. Es bedarf einer Lösung auf rechtlicher und damit auch politischer Ebene.

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Zumindest in Großbritannien gibt es Politiker, die aktiv werden wollen und vielleicht zum Vorbild für andere Länder werden könnten. Gegenüber der BBC erklärte der britische Politiker Douglas Chapman von der Schttish National Party (SNP), dass er eine Intervention des Staates für notwendig hält.

„Nicht im Sinne des Konsumenten“

Chapman begründet seinen Vorstoß damit, dass normale Kunden keine faire Chance haben, ein beliebtes Produkt zu kaufen, da ihnen Bots den Zugang verwehren. Es sei nicht im Sinne der Konsumenten, den normalen Markt für Produkte so zu verzerren.

Für Chapman hört das Problem aber bei Konsolen nicht auf. Er befürchtet, dass durch die steigende Popularität von Bots auch essenziellere Waren zum Ziel werden könnten. In der Vergangenheit intervenierte die Regierung erfolgreich beim wachsenden Schwarzmarkt für Tickets für Konzerte und ähnliche Events – ein Beweis für die Notwendigkeit entsprechender Maßnahmen, so Chapman.

Originalmeldung vom 20. Januar 2021:

PS5: Betrüger schnappen sich tausende Konsolen und geben damit an

Ein häufig genannter Grund für die schnell verkauften PS5-Bestände der Händler sind Betrüger, die über Bots Tausende Konsolen in kürzester Zeit vorbestellen, um sie dann teurer weiter zu verkaufen. Manche prahlen sogar damit.

Wann immer ein neuer Schwung PS5-Konsolen bei den Händlern eintrifft, sind sie nicht weit. Schwarzmarkthändler, die mithilfe von Bots in wenigen Minuten tausende Konsolen bestellen. Eine dieser Bot-Softwares nennt sich „Carnage“ und die Betreiber geben damit auch noch öffentlich an, wie viele Konsole sie sich schnappen konnten.

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Beim britischen Händler Game traf am 19. Januar 2021 eine neue Ladung PS5 ein. Kurze Zeit später war auf dem Twitter-Account des Bots „Carnage“ zu lesen, dass die Software erfolgreich 2.000 Konsolen vorbestellen konnte und die Betreiber spotten noch: „Es wird jedes Mal leichter.“

Der Tweet wurde mittlerweile gelöscht, doch die Website VideoGamesChronicle hat einen Screenshot archiviert.

Der Tweet der Bot-Software zur erfolgreichen Sicherung von 2.000 PS5. (Bild: VGC)

Laut VGC soll der Händler angekündigt haben, nur eine Konsole pro Kunde zu verkaufen und versicherte, die laufenden Bestellungen zu überprüfen.

Wo ihr hierzulande eine PS5 ergattern könnte, erfahrt immer in unserem Übersichtsartikel:

Ein profitables Geschäft

Laut einer Studie sollen solche Schwarzhändler Stand Dezember 2020 über 28 Millionen Dollar durch den Verkauf von Next-Gen-Konsolen verdient haben. Auch der „Carnage“-Betreiber brüsten sich auf Social Media mit „großen Profiten“ durch den Wiederverkauf von Konsolen, das gilt auch für die Mitglieder, die erst in die Software investieren müssen. Diese Bots kaufen nicht nur Konsolen, sondern alles, was nur in begrenzter Anzahl verfügbar ist und eine hohe Nachfrage hat. „Carnage“ startete beispielsweise mit limitierten Schuhen und Disney-Merchandise.

Auch in Deutschland tauchten in der Vergangenheit immer wieder PS5 für Tausende Euro auf, die ungeduldige Spieler in der Falle locken sollten. Teilweise wurden sogar nur der Karton oder ein Bild der PS5 angeboten, um die Leute zum Kauf zu verführen. Bei Käufen auf eBay gilt es also nach wie vor, Vorsicht walten zu lassen.