Bislang galt die neue Grafiktechnologie Raytracing als eines der größten Verkaufsargumente für die neuen RTX-Karten von Nvidia. Das könnte sich jedoch ändern, wie ein neuer Benchmark unter Beweis stellt. Dank der Software kann fast jeder Raytracing auf seinem Rechner ausprobieren – und das komplett kostenlos. 

Neon Noir: Neuer Benchmark ermöglicht kostenloses Raytracing für alle

Die deutsche Entwicklerschmiede Crytek, die vor allem für die Crysis-Reihe bekannt ist, hat im hauseigenen Software-Marktplatz einen neuen Benchmark veröffentlicht. Das Programm hört auf den Namen „Neon Noir Ray Tracing Benchmark“ und kann kostenlos heruntergeladen werden. Um das Programm nutzen zu können, muss man sich lediglich vorher einen Account erstellen und den Cryengine-Launcher herunterladen. Der Benchmark kann in unterschiedlich hohen Auflösungen und in den Einstellungen „Very High“ und „Ultra“ gestartet werden.

Das besondere Merkmal der Raytracing-Testsoftware: Auch PC-Nutzer, die keine RTX-Grafikkarte von Nvidia in ihrem Rechner verbaut haben, können den Benchmark problemlos nutzen. Das liegt daran, dass Crytek für die Berechnung der Bilder weder auf DXR, noch auf Vulkan Raytracing setzt. Aus diesem Grund kann der Benchmark aber auch nicht die Hardwarebeschleunigung der RTX-Karten von Nvidia nutzen.

Das mag im ersten Moment nach einem potenziellen Leistungsverlust klingen, doch wenn man sich das Ergebnis anguckt, welches Crytek beim Einsatz einer AMD Radeon RX Vega 56 erreicht, kann man vor den Entwicklern nur den Hut ziehen:

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Obwohl der Benchmark auf den ersten Blick visuell einen guten Eindruck hinterlässt, scheint Crytek nicht in allen Punkten mit anderen Raytracing-Lösungen mithalten zu können, wie Digital Foundry berichtet:

  • Raytracing wird nur auf Objekte in einem bestimmten Radius angewendet. Ist das Objekt zu weit entfernt, wird es nicht berücksichtigt.
  • Raue Oberflächen, deren Raytracing-Berechnungen besonders ressourcenaufwendig wären, werden ebenfalls nicht berücksichtigt.
  • Reflektionen von Objekten werden mit weniger Polygonen berechnet.
  • Raytracing-Reflektionen werden zudem mit einer deutlich geringeren Auflösung berechnet.
  • Im Moment wird die Implementierung nur für die Berechnung von Spiegelungen genutzt, die Darstellung von Schatten und Umgebungsbeleuchtung wird nicht berücksichtigt.

Trotz dieser grafischen Einschränkungen fallen die ersten Nutzer-Testergebnisse sehr positiv aus. Vor allem Tester mit älteren Grafikkarten scheinen von der erreichten Leistung sehr angetan zu sein. Schon eine RX 480 mit 8 GB VRAM soll im Benchmark bei Full-HD-Auflösung zwischen 40-50 Bilder pro Sekunde berechnen können, auch wenn Crytek selbst mindestens eine Nvidia GeForce GTX 1070 oder AMD Radeon RX Vega 56 empfiehlt. Grundsätzlich sollte der Benchmark jedoch mit allen Grafikkarten durchgeführt werden können, die DirectX 11 unterstützen.

Was sagt ihr zu Cryteks neuem Benchmark? Habt ihr den Test schon mal bei euch durchlaufen lassen? Wenn ja, was für ein Ergebnis konntet ihr erzielen? Schreibt es uns in die Kommentare.