Rückrufaktion von Intel: Bei diesem Prozessor wurde an der falschen Stelle gespart

Robert Kohlick 2

Da Chiphersteller Intel bei einem Chip-Modell an der falschen Stelle gespart hat, wurde nun eine Rückrufaktion gestartet, um die betroffenen CPUs aus dem Verkehr zu ziehen. Im gleichen Atemzug stellte Intel eine Lösung vor, die sich der Problematik jedoch gar nicht annimmt – stattdessen wird das Problem unter den Teppich gekehrt. 

CPU-Kühler überfordert: Intel-Chip läuft zu heiß

Dass Intels mitgelieferte CPU-Kühler nicht gerade das Gelbe vom Ei sind, ist innerhalb der Branche nichts Neues. In der Regel schaffen es die kleinen Kühlkörper, welche einigen Intel-Prozessoren in der Boxed-Version beiliegen, aber zumindest, die Chips so kühl zu halten, dass diese nicht gedrosselt werden. Doch genau solche Probleme traten bei Intels Xeon E-2274G auf.

Die Boxed-Version des Serverprozessors der Coffee-Lake-Reihe wird standardmäßig mit einem DHA-A-Kühlkörper ausgestattet – einem CPU-Kühler, der normalerweise nur Prozessoren mit einer TDP von 65 Watt beigelegt wird. Doch die thermische Verlustleistung von Intels Xeon E-2274G liegt bei satten 83 Watt, also deutlich höher. Das dürfte unter anderem an den verhältnismäßig hohen Taktraten der Server-CPU liegen. Als Basistakt werden 4,0 GHz angegeben, im Turbo soll der Chip mit bis zu 4,9 GHz arbeiten.

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Mit anderen Worten: Der beigelegte CPU-Kühler ist nicht für die Kühlung eines solchen Prozessors ausgelegt und schafft es deswegen nicht, der entstehenden Abwärme Herr zu werden. Die Folge: Der Prozessor läuft zu heiß und taktet sich entsprechend herunter. Auch die Langlebigkeit der CPU ist es nicht gerade zuträglich, wenn diese die ganze Zeit über am Temperaturlimit arbeitet.

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CPU Temperatur auslesen.

Intels Rückrufaktion: Eine Lösung, die keine ist

In einem offiziellen Dokument gesteht Intel diesen Fehler ein und kündigt gleichzeitig an, dass das entsprechende Produkt komplett aus dem Portfolio verschwindet. Deswegen fordert der Chiphersteller alle Verkäufer dazu auf, die entsprechenden Prozessoren mit CPU-Kühler zurück zu schicken und bietet einen entsprechenden Ersatz an: Den gleichen Prozessor ohne beiliegenden CPU-Kühler – also die Tray-Variante. Man überlässt es also ab sofort den Kunden, sich nach einem entsprechenden Kühler für den Vierkernprozessor umzusehen.

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Von einer monetären Kompensation ist im betreffenden Dokument nicht die Rede, ebenso wenig findet sich ein Absatz, der klärt, ob Intel später wieder eine Boxed-Variante des Prozessors mit einem besseren CPU-Kühler anbieten wird. Ein bisschen bekommt man das Gefühl, dass Intel in diesem Fall sowohl Händler als auch Käufer einfach im Regen stehen lässt.

Anmerkung: Das Artikelbild zeigt nicht den betroffenen Intel Xeon E-2274G, sondern dient lediglich als Symbolbild. 

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