Rundfunkbeitrag wird weiter steigen: ARD und ZDF wollen mehr Geld

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8 Milliarden Euro im Jahr sind den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht genug: Nach gescheiterten Verhandlungen darf nun davon ausgegangen werden, dass der Rundfunkbeitrag (ehemals „GEZ-Gebühr“) weiter steigen wird. Eine halbwegs konkrete Summe wurde auch schon genannt.

Rundfunkbeitrag könnte ab 2021 steigen

17,50 Euro muss jeder Haushalt in Deutschland derzeit monatlich bezahlen, um so den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren. Aktuell kommen so 7,97 Milliarden Euro im Jahr für ARD, ZDF und Deutschlandfunk zusammen. Der Rundfunkbeitrag ist bis 2020 festgelegt und wird danach erneut für vier Jahre bestimmt – und genau an diesem Prozedere wird sich nichts ändern, wie gescheiterte Verhandlungen zwischen den Bundesländern zeigen. Es ist davon auszugehen, dass der Rundfunkbeitrag ab 2021 erhöht wird. Wie hoch er genau ausfallen wird, steht aber noch nicht fest. Thomas Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, geht von „18 Euro plus X“ aus, berichtet heise online.

Zuvor war lange über einen sogenannten Indexbeitrag diskutiert worden, bei der der Rundfunkbeitrag an die Inflationsrate gekoppelt wird. So hätte das bisherige Verfahren ersetzt beziehungsweise gleich ganz abgeschafft werden können. Verhandlungen darüber sind nun aber gescheitert, weshalb am alten Verfahren festgehalten wird. Neben dem Indexbeitrag sollte auch ein „klarerer“ Programmauftrag sowie mehr Freiheiten bei den Internetauftritten der Sender Teil des Reformpakets werden. Beide Punkte sind nun aber auch vom Tisch.

Kritik am Indexbeitrag kam unter anderem von der FDP. Auch die Forderung nach einer „Entpolitisierung bei der Festsetzung des Beitrages“ stieß bei den Regierungen mancher Bundesländer auf Bedenken.

Wie viel Deutschland im europäischen Vergleich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zahlt, seht ihr in der Bilderstrecke:

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Rundfunkbeiträge zu hoch? So viel zahlen Deutsche im europäischen Vergleich

Sogenannte „GEZ-Gebühr“: Sender wollen mehr Geld

ARD und ZDF haben bereits angemeldet, mit den rund 8 Milliarden Euro im Jahr nicht auskommen zu können. Sollte der Rundfunkbeitrag nicht weiter steigen, sei mit Abstrichen bei der Qualität der Angebote zu rechnen. Aufgrund von „Einsparungen“ soll es in den vergangenen Jahren vermehrt dazu gekommen sein, dass die Sender Wiederholungen haben zeigen müssen.

Bis Dezember 2020 ist der Beitrag noch festgelegt, danach dürfte eine Erhöhung folgen. Wie hoch diese genau ausfallen wird, ist aber noch nicht klar. Die Öffentlich-Rechtlichen werden dazu eigene Angaben zur nächsten Beitragsperiode machen, die dann von der Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) überprüft werden.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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