Schmutzige Masche: So hat ein Mann Amazon um 330.000 Euro betrogen

Simon Stich 3

Dreister geht es wirklich nicht: Ein Mann aus Spanien hat Amazon mit einer bizarren Methode um 330.000 Euro erleichtert. Amazon ist der Betrug erst viel zu spät aufgefallen – und der Konzern sollte sein automatisches Retourensystem jetzt überdenken.

Betrug: Spanier schickt Erde an Amazon zurück

487 Millionen Artikel haben Kunden aus Deutschland im vergangenen Jahr an Amazon zurückgeschickt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vielleicht ist das Produkt defekt oder der Tisch sah auf dem Bild deutlich größer aus. Jedes sechste von Amazon verschickte Paket geht wieder an den Konzern zurück.

Amazon hat die Retoure natürlich so weit es eben geht automatisiert – und genau das ist dem Konzern nun zum Verhängnis geworden. Ein 22-jähriger Mann hat dem Magazin Stern zufolge diverse teure Artikel bei Amazon bestellt, nur um die Pakete dann umgehend wieder an Amazon zu schicken. Das Problem dabei: In den Paketen war nicht mehr der Originalartikel, sondern einfach Erde.

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Der Spanier, der den Betrug zusammen mit einem Partner durchführte, hat die Artikel bei Ankunft gewogen, das Produkt aus dem Paket herausgenommen, und anschließend das Paket mit Erde aufgefüllt, bis das Originalgewicht wieder hergestellt war. Amazon war der Betrug über lange Zeit nicht aufgefallen. Die zurückgesendeten Pakete wurden in den Retourenzentren anscheinend nur automatisch gewogen – und die Alarmglocken blieben still. Das Geld wurde dem Herrn prompt zurücküberwiesen. Die Rücksendungen waren für den 22-jährigen Mann auch noch kostenlos, da er Prime-Kunde ist.

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Amazon-Betrug: GmbH für geklaute Ware gegründet

Insgesamt hat der Betrüger mit der durchaus kreativen Masche Artikel im Wert von 330.000 Euro erbeuten können. Die iPhones und Notebooks blieben aber wohl nicht lange in seinem Besitz, denn eigens für die geklaute Ware wurde eine GmbH gegründet und ein Online-Shop eingerichtet, um die Artikel weiterzuverkaufen. Wie viel doppelter Gewinn hier insgesamt generiert wurde, ist bislang nicht bekannt.

Amazon ist der Betrug nur deshalb aufgefallen, weil die Rückgabequote bei diesem „Kunden“ ungewöhnlich hoch war. Erst bei einer manuellen Überprüfung der Pakete wurde deutlich, dass der Konzern fachmännisch gelinkt wurde. Amazon hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Ob es eine Umstellung des automatisierten Retourensystems und mehr manuelle Kontrollen geben wird, ist ebenfalls unbekannt – aber zu empfehlen.

Der Spanier und sein Partner wurden zwischenzeitlich verhaftet, befinden sich nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 3.000 Euro aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Es dürfte sich zumindest EU-weit um einen der größten, wenn nicht sogar den größten Betrugsfall bei Amazon handeln.

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