Siri ganz still: Wer jetzt seinen Job durch Apple verliert

Holger Eilhard

Nachdem bekannt wurde, dass auch Apple externe Mitarbeiter dazu genutzt hatte, um Mitschnitte von Siri-Aufzeichnungen zu analysieren, stoppte der iPhone-Hersteller dieses Vorgehen. Erste Mitarbeiter, die mit diesen Aufgaben beschäftigt waren, haben nun ihre Jobs verloren.

Siri ganz still: Wer jetzt seinen Job durch Apple verliert
Bildquelle: Holger Eilhard, GIGA.

Siri ohne menschliche Nachhilfe: Bis zu 300 Jobs in Irland in Gefahr

Laut einem Bericht des Irish Examiner (via MacRumors) sollten die Angestellten von Globetech, einem Partner von Apple aus Cork, Irland, tagtäglich mehr als 1.000 Siri-Aufzeichnungen auswerten. Nachdem Apple diese Praxis vorerst auf Eis gelegt hatte, müssen nun bis zu 300 Arbeiter, die diese Analysen durchführten, um ihren Job bangen.

Dem Irish Examiner sollen Dokumente vorlegen, die zeigen, dass Globetech diese Analysen nicht länger durchführt. Von dem Unternehmen oder Apple gibt es jedoch keine Angaben, wie viele Mitarbeiter genau von den Entlassungen betroffen sind. Ein Mitarbeiter, der seinen Job verloren hatte, sagte, dass sie eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen mussten. Laut diesem dürfen sie nicht darüber sprechen, an was sie genau gearbeitet haben oder, dass sie für Apple tätig waren.

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Der Mitarbeiter sagte weiter, dass es nicht nur die Mitarbeiter in Cork betrifft, sondern auch Dutzende weitere in Kanada, Australien und dem Rest Europas. Am Samstag, den 17. August 2019, soll Apple seinen Partner über die nicht länger benötigten Dienstleistungen informiert haben. Am darauffolgenden Dienstag habe Globetech daraufhin die Mitarbeiter informiert.

Siri-Analysen: Mitarbeiter hörten mehr als 1.000 Mitschnitte pro Schicht

Die Mitarbeiter von Globetech hörten regelmäßig pro Schicht mehr als 1.000 anonymisierte Mitschnitten zu, die von Siri aufgezeichnet wurden. Diese sollen jeweils nur wenige Sekunden lang gewesen sein. Laut dem früheren Mitarbeiter sollen diese dabei ab und zu persönliche Informationen oder Teile von Unterhaltungen beinhaltet haben. Hauptsächlich sollen es jedoch Befehle für Siri gewesen sein.

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Er konnte nachvollziehen, warum Apple diese Analysen durchführen ließ, verstand aber auch, dass dies ein Einschnitt in die Privatsphäre war. „Das Problem war die fehlende Zustimmung“ durch die Nutzer, so der ehemalige Mitarbeiter.

Apple hatte nach Bekanntwerden dieser Praxis angekündigt, dass man die Auswertungen vorerst beenden werde. Der Prozess soll nun einer genauen Prüfung unterzogen werden. In Zukunft sollen Nutzer darüber entscheiden können, ob ihre Interaktionen mit Siri ausgewertet werden dürfen oder nicht.

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