Elektrogeräte müssen reparierbar werden. So lässt sich der Ampel-Plan für das Recht auf Reparatur im Kern kurzfassen. Darüber, wie das zu schaffen ist, bis wann und vor allem wer das Sagen hat, herrscht Unsicherheit.

Erst vor wenigen Tagen forderte Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, mehr Druck und schnelles Handeln beim Recht auf Reparatur für Elektrogeräte von der Waschmaschine über Fernseher bis zum Smartphone. Geplante Maßnahmenpakete dafür hat die Ampel-Koalition in ihrem Koalitionsvertrag bereits vorgesehen.

FDP-Abgeordnete sieht bei Recht auf Reparatur EU in der Pflicht

Für Müller müsste es schon im März soweit sein. Dass es dazu kommt, ist unwahrscheinlich. Vieles gilt es vorher zu klären, unter anderem auch, ob die deutsche Regierung überhaupt zuständig ist oder sein will. „Eine Reparatur-Garantie kann nur auf europäischer Ebene beschlossen werden“, zitiert die Bild-Zeitung in ihrer gedruckten Ausgabe vom 10. Januar 2022 die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny, Mitglied im Umweltausschuss – und das dürfte dann deutlich länger dauern.

Auf EU-Ebene verfolgt man zwar bereits ähnliche Pläne wie in Deutschland, die Einführung eines Reparierbarkeitsindexes wird vorbereitet. Der geht aber nicht ganz so weit wie die Vorstellungen in Deutschland, soll eher zu nachhaltiger Produktion animieren als zu verpflichten. Die deutschen Pläne damit gleichzusetzen, wäre ein Rückschritt. Andererseits hätte eine EU-weite Vorschrift viel mehr Gewicht gegenüber Herstellern wie Samsung, Xiaomi, Apple und Co. als ein deutscher Alleingang. Zudem hat Apple entsprechende Pläne bereits bekannt gegeben.

Aus Sicht der FDP-Umweltspezialistin solle man zudem prüfen, bei welchen Geräten ein Austausch von Komponenten sinnvoll ist. Ein fest verbauter Akku könne sich beispielsweise positiv auf die Lebensdauer eines Handys auswirken. Oft genannt wird in diesem Zusammenhang etwa der bessere Schutz vor Wasser und Staub, der bei Smartphones, die vom Nutzer geöffnet werden können, meist geringer ist.

So einfach wie bei diesem Kabel ist die Smartphone-Reparatur bisher noch lange nicht:

Selbstreparierendes Ladekabel

Handy und Co. reparieren: Thüringen ist Vorbild

Aber: Warten auf die EU ist nicht der Königsweg. Ein entschlossenes Vorgehen, nicht übereilt, aber auch nicht unnötig verzögert, stünde Deutschland in diesem Fall gut zu Gesicht. So hat etwa Thüringen mit seinem Fördertopf für Reparaturen voriges Jahr bereits bewiesen, dass man mit gutem Vorbild bei Umwelt- und Verbraucherschutz erfolgreich vorangehen kann.