Steam schmeißt fast 1.000 Spiele raus – das steckt hinter Valves Aufräumaktion

Daniel Hartmann 1

Zum Herbst-Sale auf Steam räumt Valve den Laden noch mal richtig auf. Fast 1.000 Spiele wurden vor die Tür gesetzt, weil ihre Publisher sich nicht an die Regeln halten.

Crazy Catman, Hide your Butts! oder Cucumber Blues – alle weg aus Steam! Okay, zugegeben: Fast alle Titel aus der Bann-Liste sind mehr als unbekannt und ich habe die Drei ausgewählt, indem ich mit einer Nerfgun von zwei Seiten gegen die Maus geschossen habe und die Titel genommen, die dem Mauszeiger dann am nächsten waren.

Gegenüber PCGamer sagte Valve zum Ban-Hammer: „Wir haben kürzlich eine Handvoll Partner entdeckt, die einige unserer Steamwork-Tools ausnutzen. Wir haben alle betroffenen Partner per Mail kontaktiert.“ Eine klare Begründung ist das also nicht. Die Entwicklerin Alexandra Frock konnte aber einige Zusammenhänge zwischen den vielen Spielen herstellen und teilt auf Twitter mit:

„Ein Großteil von ihnen ist mit einem einzelnen Publisher in Russland verbunden (ich glaube, Dagestan Techology ist der erste Name, den sie benutzen), der unter einer großen Anzahl an unterschiedlichen Namen tätig ist. Hier ist ein Tool das die Beziehungen von Entwicklern und Publishern darstellt, anhand der Informationen für den Support.“  

Tatsächlich könnt ihr aus der Liste viele Spiele auswählen und dann unter „Related Apps“ sehen zu welchem Entwickler und auch Publisher das Spiel gehört. Bei einem Großteil landet ihr, wenn auch manchmal über fünf Ecken, bei Dagestan Technology.

Was die betroffenen Publisher getan haben, damit Valve ihre Spiele aus dem Verkehr zieht, ist aber weiterhin nicht zu 100 Prozent klar. Ein unbekanntes Spiel zu haben, sei es auch noch so schlecht, ist ja erst mal kein Verbrechen.

Warum Valve die Spiele sperrt

Das Thema wurde selbstverständlich auch im Reddit diskutiert und ein Post eines betroffenen Entwicklers gibt ein bisschen mehr Klarheit über die Gründe. Dieser Entwickler sagt, dass sein Spiel wegen „des Missbrauchs von Sale-Bundles“ gebannt wurde. Manche Publisher versuchen eine höhere Sichtbarkeit für ihre Spiele zu erreichen, indem sie diese in großen Bundles für wenige Dollar über Key-Reseller verschleudern oder sogar 1.000 Keys gegen gute Steam-Bewertungen verschenken.

Im Falle des Entwicklers war es der Publisher Sibirian Digital, der die Steamwork-Tools missbrauchte. Das Nachsehen hat jetzt der Entwickler, auch wenn nach eigenen Angaben mittlerweile bei einem anderen Publisher ist, für seine älteren Spiele hilft ihm das nicht.

Valve geht also gegen die Ausnutzung der Steamwork-Tools, den Missbrauch von Sale-Bundles und das „Kaufen“ von Steam-Bewertungen vor. Fast 1.000 gesperrte Spiele sind das Resultat der Nutzung solcher Methoden durch Publisher, kleinere Entwickler sind dabei leider ein Kollateralschaden.

Aktuell ist Herbst-Sale bei Steam und einige dieser Spiele aus dem letzten Jahr lassen sich sicher für kleines Geld nachholen:

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Das waren die besten Spiele auf Steam 2018 - nach Bewertung, Spielerzahl und Co.

Da Publisher auf Steam ohne große Hindernisse Spiele anbieten dürfen, ist dort schlicht auch ein großer Haufen Mist bei. Auf der einen Seite ist diese Freiheit gut für kleine Entwickler, auf der anderen Seite passieren die eben beschriebenen Dinge. Sollte Valve ihr System beibehalten oder doch mehr ein Auge darauf haben, was auf ihrer Plattform so angeboten wird?

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