Streaming-Dienste: Stiftung Warentest spricht bittere Wahrheit über Netflix & Co. aus

Stefan Bubeck

Die Stiftung Warentest hat sich 11 Video­streaming-Dienste ganz genau angesehen, darunter Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+, Maxdome und Sky Ticket. Die Ergebnisse sind insgesamt ernüchternd – aber was sind die Gründe dafür?

Stiftung Warentest: Keiner der 11 Streaming-Dienste ist „gut“

Video-Streaming ist eine tolle Sache – aber „perfekt“ würde man als Nutzer wohl kaum einen der vielen Dienste nennen, oder? Nun, jetzt hat die strenge Stiftung Warentest in Heft 01/2020 (kostenpflichtiges PDF) elf Streaming- und Verleih-Anbieter untersucht. Das Ergebnis: Keiner konnte komplett begeistern. Am besten schnitt unter den Abo-Diensten Netflix mit der Gesamtnote „Befriedigend“ (2,8) ab. Bei den Verleihangeboten (Streaming per Einzelabruf) kamen Telekom Videoload und der Maxdome Store am besten weg – jeweils mit der wenig ruhmreichen Gesamtnote „Befriedigend“ (3,4).

Auswahl ausreichend, Technik sehr gut

Der Grund ist in den durchweg schlechten Noten in der Kategorie „Repertoire“ zu finden. Hier wurde das Angebot der Dienste im Hinblick auf die Film- und Serienauswahl bewertet, allgemein macht sich bei allen Diensten der Mangel an aktuellen Filmhits bemerkbar. Netflix lacht mit einem „Ausreichend“ (3,6) fürs Repertoire, alle anderen sind schlechter benotet. Apples neuer Dienst Apple TV+ bekommt an der Stelle für seine sage und schreibe neun Serien zum Start ein „Mangelhaft“ (5,2). Das kann glücklicherweise mit der Zeit nur besser werden und zudem gibt’s ja noch das Leihangebot bei iTunes.

Netflix und Co. stecken viel Geld in aufwendige und exklusive Eigenproduktionen wie „The Witcher“:

The Witcher - Netflix Trailer.

Alles in allem die bittere Wahrheit, die wir alle schon kennen: Kein Anbieter ist so umfassend aufgestellt wie früher die gute alte (und vor allem gut sortierte) Videothek. Auch GIGA hat in der Vergangenheit bereits kritisiert, dass die Fragmentierung der Streaming-Dienste die Film- und Serien-Liebhaber zur kostenintensiven Parallelnutzung mehrerer Dienste zwingt, um eine umfassende Auswahl zu haben. Der baldige Start von Disney+ in Deutschland zeichnet sich hierbei schon ab, denn Star Wars und MCU-Blockbuster sind anderswo praktisch verschwunden. Fans von anspruchsvollen Arthouse-Filmen müssen sich zudem abseits der großen Dienste bei Mubi, Festivalscope und Realeyz umschauen.

Ein Lichtblick im wahrsten Sinne des Wortes: Die Stiftung Warentest bescheinigte allen elf Streaming-Diensten eine „gute“ oder „sehr gute“ Bild- und Tonqualität. Geprüft wurde das mit UHD-Fernsehern und einem 5.1.4-Surround-System.

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