Apple ist nicht kleinzukriegen, die Marktmacht des iPhone-Herstellers ist gewaltig – stimmt eigentlich, doch in einer Hinsicht rudern die Kalifornier jetzt zurück. Es geht um die Preisgestaltung im App Store. Aber wer profitiert von Apples Einlenken?

 

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Streit um App Store: Apple gibt nach, aber nur ein bisschen

Apple hat sich in einem Rechtsstreit, der seit 2019 läuft, mit der Gegenpartei geeinigt. Die Folge: Entwickler dürfen künftig Nutzerinnen und Nutzer ihrer Apps über alternative Zahlungsmethoden außerhalb des App Stores informieren. Das hat der iPhone-Hersteller jetzt klargestellt (Quelle: Apple).

Es gibt allerdings Einschränkungen: So muss der Kontakt außerhalb von Apples Anwendungen stattfinden. Soll heißen, beispielsweise per E-Mail. Auch müssen die Pläne noch gerichtlich bestätigt werden. Erst danach kann man die Nutzungsbedingungen anpassen. Es ist also noch unklar, wann und sogar ob die Änderungen tatsächlich wirksam werden, ebenso ob sie weltweit gelten.

Die Preisgestaltung im App Store ist bereits länger Gegenstand heftiger Kritik. Zuletzt stand in dieser Hinsicht der Streit mit Fortnite-Studio Epic im Fokus. Auch die Spieleentwickler kreiden Apple an, dass der Technologiekonzern mit 30 Prozent zu hohe Gebühren fordere. Apple verzerre damit auch den Wettbewerb, heißt es.

Zuletzt hatte Apple bereits seine Preispolitik für manche Entwickler angepasst. Jetzt will man zudem mehr Transparenz schaffen für die Bewertung von Apps – dafür soll es jährliche Berichte geben. Der Mangel an Transparenz sei von Entwicklern ebenfalls kritisiert worden (Quelle: Engadget).

Beim Schutz eurer Nutzerdaten macht Apple einen besseren Job als mit den Preisen im App Store. Im Video seht ihr, wie Apples Tracking-Transparenz für Apps funktioniert:

Apple erklärt die neue App-Tracking-Transparenz in iOS 14.5

Wer profitiert von Apples Zugeständnissen?

Dass sich Preise im App Store ändern, ist unwahrscheinlich. Möglich wäre es auf längere Sicht trotzdem. Das setzt aber voraus, dass Nutzerinnen und Nutzer des App Stores sich auf alternative Zahlungsmethoden außerhalb von Apples Ökosystem einlassen. Dabei ist gerade die interne Vernetzung und Eigenständigkeit einer von Apples großen Pluspunkten.

Geschieht es trotzdem, dass viele Anwender abwandern, könnte Apple den Preisdruck zu spüren bekommen. Ein Dreh an der Preisschraube wäre dann wahrscheinlich. Denn das die Entwickler, die sich an Apples saftiger Provision stören, ihre Apps und deren Nutzung abseits vom App Store attraktiver machen, ist zu erwarten. Zumindest ein Teil der Ersparnis dürfte bei den Kunden ankommen.