Bei der Vergabe von 5G-Frequenzen hatte 1&1 im vergangenen Jahr in größerem Umfang mitgeboten als ursprünglich erwartet. Bis die Frequenzen verfügbar sind, will 1&1 nun ein eigenes 5G-Netz aufbauen – und sieht sich im Nachteil. Die Bundesnetzagentur soll den Fall klären.

5G: 1&1 Drillisch schaltet Bundesnetzagentur ein

1&1 Drillisch, die Tochter von United Internet, geht in die Offensive: Der Internetanbieter will die Bundesnetzagentur in ihrer Rolle als Schiedsrichter aktivieren, berichtet unter anderem das Handelsblatt. Nach einer dpa-Meldung will 1&1 mit der Telekom und Vodafone neu verhandeln. Der Grund: 1&1 möchte Frequenzen der beiden großen Mobilfunkanbieter für ein eigenes 5G-Netzwerk nutzen, bis die in der 5G-Auktion vergebenen Frequenzen auch tatsächlich zur Verfügung stehen.

Bisherige Verhandlungen zu diesem Thema hätten laut Handelsblatt „zu keinem Ergebnis“ geführt. 1&1 Drillisch will im ersten Schritt nur mit Telekom und Vodafone nachverhandeln. Mit Telefónica Deutschland sei die Tochter von United Internet derzeit noch im Gespräch.

Dass die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter auftreten kann, war bereits zu Beginn der 5G-Vergabe bestimmt worden – „damit ein neuer Anbieter nicht mit zu hohen Preisforderungen vom Markteintritt abgehalten wird“, erklärt das Handelsblatt. Hohe Preisforderungen der Telefónica Deutschland zwangen 1&1 Drillisch dazu, die Gewinnprognose zu senken und bescherten der United-Internet-Tochter in dieser Woche ein sattes Minus an der Börse: Die Aktie ging am Montag um 28 Prozent zurück.

Zu den Samsung-Angeboten bei 1&1

Was man bereits über den Nachfolger von 5G weiß, erfahrt ihr in den GIGA TECH News:

5G-Nachfolger, o2-Netz im Ausbau und Akkus aus Holz? – GIGA TECH News

1&1 will vierter Netzbetreiber werden

1&1 Drillisch will langfristig zum vierten großen Netzbetreiber in Deutschland aufsteigen, neben Telekom, Vodafone und Telefónica. Im vergangenen Jahr hatte der Anbieter bei der Vergabe von 5G-Frequenzen mitgeboten – und dabei mehr  Frequenzen ins Auge gefasst, als es die Mitbewerber ursprünglich vermutet hatten.

Thomas Konrad
Thomas Konrad, GIGA-Experte für macOS, iOS und Apple-Hardware.

Ist der Artikel hilfreich?