Ein 92-jähriger Mann aus Sachsen hat ein besonderes Windrad-Konzept ausgetüftelt. Der Ertrag könnte im Vergleich zu gängigen Modellen um das Dreifache steigen. Als nächster Schritt soll ein 350 Meter hoher Prototyp entstehen. Gespräche mit Interessenten aus der Wirtschaft soll es auch schon geben.

Dreibein-Windrad soll hohe Erträge ermöglichen

Eigentlich befindet sich der heute 92-jährige Ingenieur Horst Bendix aus Leipzig seit über 25 Jahren im Ruhestand. Das hat den ehemaligen Forschungs-Chef des Schwermaschinenbauers Kirow aber nicht davon abgehalten, weiter an neuen Lösungen zu arbeiten. Jetzt hat er sich das Patent über ein Dreibein-Windrad gesichert, mit dem deutlich höhere Erträge möglich sein sollen. Die Windernte soll dabei in bislang unerreichten Höhen stattfinden.

Nach dem Patent wird nun ein Prototyp angegangen, an dem angeblich auch schon Interessen aus der Wirtschaft bestehen. Bei der geplanten Anlage setzt der Ingenieur auf eine Dreibein-Konstruktion, bei dem nicht ein einziger Generator wie sonst üblich oben, sondern mehrere am Fuß der Anlage zu finden sind. So sollen schädliche Biegekräfte verringert werden, wodurch das Windrad auf eine Höhe von 350 Meter anwachsen kann, wo die Windausbeute deutlich höher ist.

Ein weiteres Problem möchte Bendix mit seiner Anlage ebenfalls angehen. Sie soll nicht starr verharren, sondern sich automatisch mit der Windrichtung drehen. Eine konstantere Energiegewinnung könne so erreicht werden (Quelle: MDR).

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Neues Windrad: Bis zu 30 Gigawattstunden möglich?

Laut Falk Zeuner von der Terrawatt GmbH könnte die geplante Höhenwindanlage „jenseits von 20 bis 30 Gigawattstunden pro Jahr“ produzieren. Der Ertrag wäre also doppelt bis dreifach so hoch wie bei vergleichbaren Anlagen. 20 Gigawattstunden Strom entspricht dem Verbrauch von 6.000 Drei-Personen-Haushalten pro Jahr. Das Windrad von Bendix könnte also bis zu 18.000 solcher Haushalte versorgen – wenn es sich als praxistauglich erweist.