Obwohl noch zahlreiche Nutzer das beliebte Windows 7 benutzen, hat Microsoft Mitte Januar den Stecker des Betriebssystems gezogen. Auch die Bundesregierung hatte die Windows-Version noch im Einsatz und den Umstieg schlichtweg verpennt – und genau dieser Umstand könnte sich als echte Kostenfalle entpuppen. 

 

Windows 7 Service Pack 1

Facts 

Abstimmungsprobleme bei den Behörden: Umstieg auf Windows 10 verpasst

Bereits vor 3 Jahren kündigte Microsoft erstmals an, dass man den Support für Windows 7 einstellen würde. Seit dem 14. Januar 2020 liefert das Unternehmen standardmäßig keine Updates mehr für das beliebte Betriebssystem aus – was bereits für Probleme sorgte.

Die Update-Problematik war auch der Bundesregierung bekannt. Genau deswegen hat das Innenministerium seit dem Sommer 2018 ein Programm eingerichtet, das den Bundesbehörden den Umstieg auf Windows 10 erleichtern sollte, wie das Handelsblatt berichtet. Immerhin, 30 Behörden sollen an dem Programm teilnehmen, 20 davon sind inzwischen vollständig auf das neue Betriebssystem umgezogen.

Und dennoch, auf mindestens 33.000 PCs sollen laut Angaben des Innenministeriums seit dem 14. Januar immer noch Windows 7 laufen. Und genau das könnte der Bundesregierung nun zum Verhängnis werden. Denn auch den wichtigen Support für Sicherheits-Updates hat Microsoft für Windows 7 inzwischen eingestellt – doch nicht für alle. Unternehmen und Behörden können durch das von Microsoft angebotene „Extended Security Update“-Programm weiterhin wichtige Softwareaktualisierungen für das alte OS erhalten. Kostenpunkt: rund 800.000 Euro pro Jahr. Bis zum vollständigen Umzug auf Windows 10 könnte es sein, dass die Bundesregierung von diesem Programm Gebrauch machen muss.

Günstige Windows-10-Lizenz auf Idealo suchen

Was lernen wir daraus? Den PC im besten Fall stets auf dem aktuellen Stand halten. Wie ihr das unter Windows 10 anstellt, zeigen wir euch im Video:

Windows 10: Nach Updates suchen – Anleitung

Support-Ende von Windows 7: Probleme für die Bundesregierung schlimmer als gedacht?

Konstantin von Notz von den Grünen geht davon aus, dass der Bundesregierung in diesem Fall der Überblick über die Gesamtsituation fehlt. Die Dunkelziffer der Rechner, auf denen noch Windows 7 läuft, könnte seiner Einschätzung nach noch viel höher sein – das Gleiche gilt für das daraus resultierende Sicherheitsrisiko.

Interessanterweise scheint das der Parlamentarische Staatssekretär Günter Krings anders zu sehen. Grundsätzlich würde die Bundesregierung aktuell nicht damit rechnen, dass es nach dem Windows-7-Support-Ende zu Problemen kommen wird. Von Notz hingegen betont noch einmal, dass das Vorgehen der Bundesregierung in diesem Bereich chaotisch und unkoordiniert sei.

Robert Kohlick
Robert Kohlick, GIGA-Experte für Gaming-Hardware, -PCs und -Laptops.

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