Der Pionier der E-Autos aus dem kalifornischen Fremont mag zwar ein visionäres Image haben, geht es allerdings um wirtschaftliche Interessen, zeigt Tesla genau die gleiche harte Hand wie hiesige Automobilhersteller.

 
Tesla
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Wie jeder andere Hersteller lässt sich auch ein Tesla tunen, was sich dank des Aufbaus als „Computer auf vier Rädern“ sogar noch einfacher als früher gestaltet. Einfach einen Adapter anschließen, die konfigurierte Software überspielen und fertig. Eine Möglichkeit, die auch Tesla hin und wieder seinen Kunden für einen durchaus saftigen Aufpreis selbst anbietet.

Unerlaubtes Tuning: Tesla ist „not amused“

So lässt sich im Tesla 3 die Motorleistung für einen Aufpreis von 2.000 Euro um ca. 50 PS steigern, Tesla nennt dies Acceleration eBoost. Unter anderem die Beschleunigung wird damit verbessert. Nun wurde aber bekannt, dass ein kanadisches Unternehmen namens Ingenext dieses Update ebenfalls anbietet und noch etwas weitergeht, berichtet Golem. Neben dem eBoost wird beispielsweise auch der Drift-Modus aufgespielt, der unter anderem das ESP des Tesla 3 abschaltet und so für mehr Fahrspaß sorgen soll. Zwar ist das kein günstiges Vergnügen – doch mit gerade einmal 1.000 Euro um die Hälfte günstiger als die Modifikation des Herstellers.

Verständlicherweise ist Tesla nicht glücklich darüber und blendet seit Kurzem, wenn der Hack erkannt wurde, auf dem riesigen Touchscreen den Hinweis einer inkompatiblen Fahrzeugmodifikation ein. Hierbei warnt der Hersteller vor potenziellen Schadens- oder Abschaltrisiken. Die Tesla-Hacker geben sich davon aber nicht geschlagen: Als Reaktion auf diesen Warnhinweis kündigte Ingenext dem Blog Electrek an, für seinen Hack an einem entsprechenden Update zu arbeiten, mit dem Tesla die Modifikation nicht mehr erkennen könne.

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Tesla ist auf die Zusatzeinnahmen angewiesen

Natürlich ist ein nachträglicher Eingriff in die Software eines Produktes immer mit gewissen Risiken verbunden, doch hinter dem harten Vorgehen von Tesla dürften finanzielle Überlegungen stehen – schließlich bietet man exakt gleiche Dienstleistung an. Tesla selbst ist auf diese zusätzlichen Einnahmen angewiesen, wenn es dauerhaft profitabel werden will. Allzu viele Quartalsgewinne konnte der Autobauer noch nicht erwirtschaften.

Fälle dieser Art könnten in Zukunft noch häufiger auftauchen, denn die Elektrifizierung der Fahrzeug-Flotten ist bei vielen Automobilherstellern gerade erst angelaufen. Auch klassische Automobilbauer könnten hier in Versuchung gelangen, ihre Rendite mit zusätzlichen Softwareupdates oder Software-Abos zu erhöhen.