Der erste Schritt ist getan, Elon Musk und Tesla halten Wort: Zehn Standorte des Supercharger-Netzwerks von Tesla öffnen ab sofort auch für E-Autos anderer Marken, um dort die Akkus neu aufzuladen. Für deutsche E-Auto-Fahrer gibt es allerdings einen Haken.

 
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Update vom 01.11.2021:  Tesla öffnet seine Supercharger für Elektro-Modelle anderer Hersteller. Damit hält der E-Auto-Pionier Wort. Testweise beginnt die Öffnung an zehn Standorten. Tesla hat sich zur Erprobung und um die Nachfrage zu prüfen für die Niederlande entschieden. Nicht mehr exklusiv für Teslas sind ab sofort die Supercharger in Sassenheim, Apeldoorn Oost, Meerkerk, Hengelo, Tilburg, Duiven, Breukelen, Naarden, Eemnes und Zwolle (Quelle: Electrive).

Nun könnte da auch der ein oder andere deutsche E-Auto-Fahrer, speziell in Grenznähe, mal eben für einen Ladeabstecher rüberfahren. Aber Tesla winkt ab: Der Test stehe nur niederländischen E-Auto-Fahrer offen.

Für Tesla gehöre die Öffnung nach eigenen Angaben zur Firmenmission, die Elektromobilität weiter zu verbreiten. Wer am Supercharger laden will, benötigt dafür die Tesla-App, Version 4.2.3 oder höher. Feste Preise gibt es nicht, die aktuellen Preise werden aber in der App vor Ladebeginn angezeigt. Einige Fahrer teilen aber bereits ihre Erfahrungen:

Fest steht aber, dass Tesla-Fahrer günstiger laden. Den Aufschlag für Fremdmarken begründet man mit zusätzlichem Aufwand. Außerdem gelten künftig Blockiergebühren für Fahrer, die Ladeplätze zu lange belegen – auch das unabhängig vom Modell.

Wann auch deutsche E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer anderer Marken die Supercharger testen können, steht nicht fest. Allerdings hatte man bei Tesla zuvor das Ziel ausgegeben, noch 2021 das eigene Schnellladenetz freizugeben. Demnach dürfte es nicht mehr lange dauern. Eine höhere Auslastung an den Ladestationen soll auch helfen, das Netz in Zukunft noch schneller auszubauen. Man wolle schließlich „sowohl Tesla- als auch Nicht-Tesla-Fahrer an jedem Supercharger weltweit willkommen heißen“.

Originalartikel:

Elon Musk bestätigt Laden am Supercharger für E-Autos außer Tesla

Wie bei Elon Musk üblich kommen die größten Neuigkeiten praktisch aus dem Nichts. So auch dieses Mal, denn jetzt bestätigt der Tesla-Chef ein Gerücht, über das seit einiger Zeit spekuliert wurde. Demnach gibt es Übereinkommen mit anderen Autoherstellern zum Aufladen von deren E-Autos an Teslas Supercharger-Stationen. Das bestätigte Musk auf die Frage von Marques Brownlee, einem bekannten YouTuber, hin.

Der hatte sich darüber gewundert, dass anscheinend niemand auf das Angebot einer Kooperation mit Tesla zur Nutzung der Ladestellen des E-Auto-Herstellers eingehen wolle. Musk bestätigte daraufhin, dass einige eben das tun. Das Interesse sei bisher aber eher zurückhaltend, so der Tesla-Chef. Die Supercharger würden auch anderen Elektroautos zugänglich gemacht. Musk ging nicht weiter darauf ein, um welche Hersteller oder Modelle es sich dabei handele und wann die Freischaltung tatsächlich passiert.

Kostenlos Strom tanken dank Software-Fehler

In Deutschland und Europa ist das Tanken am Tesla-Supercharger zumindest technisch relativ einfach. Dank des CCS-Standards sind ohnehin viele E-Autos bereits mit kompatiblen Anschlüssen ausgerüstet. Hier hatte Tesla sich bereits an den europäischen Markt angepasst. Im Sommer konnten viele Fahrer eines Elektroautos für kurze Zeit an Teslas Superchargern umsonst Strom tanken – anscheinend wegen eines Software-Fehlers. Ein Videoteam von Nextmove stellte dabei fest, dass verschieden E-Auto-Modelle mehrerer Marken problemlos mit der Ladeinfrastruktur von Tesla zusammenarbeiteten. Zuvor waren entsprechende Gerüchte von Tesla-Sprechern zurückgewiesen worden.

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Seitdem hat der E-Auto-Pionier sich allerdings offener für Zusammenarbeit gezeigt. Konkrete Plane nannte Musk in einem Interview nicht, doch man werde Gespräche führen, sollte jemand Interesse an einer Kooperation haben. Im Rahmen eines Besuchs in Deutschland beim Bau von Teslas Gigafactory in Grünheide hatte Musk vor einigen Wochen auch einen Abstecher bei VW in Wolfsburg gemacht und dort eine Testfahrt im neuen ID.4 absolviert.