Unter dem Namen „VanMoof V“ soll im kommenden Jahr ein E-Bike an den Start gehen, das neue Maßstäbe setzt, vor allem in punkto Geschwindigkeit. Technisch sind bis zu 60 km/h möglich, für deutsche Vorschriften derzeit zu schnell. VanMoof will deswegen auch neue Regeln.

VanMoof hat den Start eines neuen E-Bikes bekannt gegeben. Das „VanMoof V“ soll die bisherigen Grenzen der E-Bikes durchbrechen und mit hoher Spitzengeschwindigkeit zur echten Auto-Alternative werden. Speziell darauf hat der niederländische Hersteller das hochmotorisierte Elektrofahrrad ausgelegt. Es gibt allerdings einige Hürden zu nehmen, wenn das neue Modell im kommenden Jahr auch auf deutschen Straßen unterwegs sein soll.

VanMoof stellt High-Speed-E-Bike vor: Bis zu 60 km/h sind drin

In der Spitze soll das VanMoof V bis zu 60 km/h schnell fahren können. Die Geschwindigkeit könne individuell an die gesetzlichen Bedingungen angepasst werden, heißt es. Für den nötigen Schub beziehungsweise die Trittunterstützung ist dank Zweiradantrieb gesorgt. Man setzt also weder auf den klassischen Hinterradantrieb noch auf einen Mittelmotor direkt am Antriebsstrang. Stattdessen zieht und schiebt das VanMoof V gleichzeitig. Laut Hersteller soll das ein völlig neues Fahrgefühl mit sich bringen.

Im ersten Bild bereits zu erkennen: ein charakteristisch dicker Mantel, Scheibenbremsen und eine Gabelfederung (Bild: VanMoof).

Dafür sorgen neben der starken Motorisierung auch ein voll gefederter Rahmen sowie die extra dicke Bereifung. Optisch erinnert das VanMoof V damit an ein Fat Tire Bike – ein recht eigenwilliger Look. Die typischen VanMoof-Features werden ebenfalls mit an Bord sein, darunter das Kick Lock als schlüsselloses Sperrsystem, Turbo-Boost und automatische Schaltung sowie eine Diebstahlsicherung.

Zur Leistung der Motoren sowie zu Akkuleistung oder Ladedauer macht der Hersteller derzeit noch keine Angaben. Das VanMoof V befindet sich noch in der Entwicklung. Allerdings hat man bereits einen voraussichtlichen Preis verraten: Für 3.498 Euro soll das High-Speed-E-Bike in den Verkauf gehen. Das allerdings ist eine konkurrenzfähige Ansage, vergleichbare Modelle kosten gut das Doppelte.

Erste Reservierungen für das VanMoof V nimmt man von der eigenen Community exklusiv ab heute an. Regelmäßig werden demnächst über die Herstellerseite (zu VanMoof) Reservierungscodes über eine Warteliste freigegeben. Die ersten Auslieferungen plant man Ende 2022.

In der Seitenansicht zeigt das VanMoof V seine „Familienzugehörigkeit“ – trotz auffällig neuem Look bleibt man sich beim Design des Rahmens treu (Bild: VanMoof).

Neues VanMoof mit altem Problem – das E-Bike ist zu schnell

Bis dahin steht VanMoof mit seinem V-Modell vor einer ziemlichen Hürde: Bei einer technisch möglichen Geschwindigkeit bis 60 km/h sprengt man die gesetzlichen Grenzen der S-Pedelecs in Deutschland bei 45 km/h. Schon für diese gelten Helm-, Versicherungs- und Führerscheinpflicht. Außerdem dürfen sie nicht mehr auf Radwegen, sondern nur auf der Straße unterwegs sein.

Es kommt für den Hersteller darauf an, wie die Geschwindigkeit konfiguriert werden kann. Ist etwa ein einfaches Hochregeln per App möglich, steht dem VanMoof V in Deutschland ein schwerer Start bevor – für VanMoof keine neue Erfahrung.

Mit dem abnehmbaren Extra-Akku – zu sehen im Video – lassen sich VanMoof-Räder mit zusätzlicher Energie versorgen:

Vanmoof-Powerbank im Video vorgestellt

Entsprechend lassen sich auch Aussagen der Gründer verstehen: Die Brüder Ties und Taco Carlier fordern wie schon für die Vorgängermodelle neue Vorschriften zur Geschwindigkeitsbegrenzung und auch während der Entwicklung mit Stadtverwaltungen zusammenzuarbeiten. Ob es zu Neuregelungen in Deutschland im Sinn von VanMoof kommt, ist derzeit noch unabsehbar. Völlig undenkbar wäre das bei einer starken Regierungsbeteiligung der Grünen allerdings nicht.