Bei der Bekämpfung des Coronavirus spielen nicht nur Masken und Abstand eine Rolle. Auch Apps können helfen, zusätzliche Infektionen zu verhindern und die Nachverfolgung zu erleichtern. Allen voran fällt die Aufgabe der Corona-Warn-App zu. Daneben haben offenbar auch die besten Ideen keine Chance.

 

Coronavirus: News und Tipps & Tricks, wie ihr die Zeit zu Hause übersteht

Facts 

„Kontakt-Tagebuch“: Nützliche Corona-App fliegt aus dem App Store

Weil er sein Kontakttagebuch während der Coronapandemie nicht nur auf einem Notizzettel führen wollte, entwickelte Stefan Trauth kurzerhand selbst eine iOS-App, die den Zweck erfüllen sollte. Im „Kontakt-Tagebuch“, das für iPhone und iPad erhältlich ist, lassen sich Begegnungen mit anderen Personen dokumentieren – mit Name, Datum und Dauer des Treffens, aber auch mit Hinweisen zu Schutzvorkehrungen, die dabei getroffen wurden (Mund-Nasen-Schutz und Abstand).

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Nach Angaben des Entwicklers wurde die App bis Anfang November rund 14.000 mal heruntergeladen. Im App Store liegt sie aktuell knapp außerhalb der Top 100 im Bereich Gesundheit und Fitness, sammelte in gut 1.000 Bewertungen 4,7 Sterne. Für Apple kein Grund, die App weiter zu dulden. Wie der Entwickler auf seiner Website erklärt, wird der iPhone-Hersteller das „Kontakt-Tagebuch“ demnächst aus dem App Store entfernen.

Apples Erklärung für die harte Entscheidung: Apps, die Kontaktverfolgung im Zusammenhang mit der Coronapandemie anbieten, können nur von staatlichen Institutionen angeboten werden – etwa wie die Corona-Warn-App.

Alle neuen iPhones bei Apple ansehen

Was jetzt gegen Corona helfen soll:

Coronavirus: AHA-Regeln der Bundesregierung

App-Umbau ohne Erfolg

„Ich habe daraufhin versucht, die App soweit umzubauen, dass sie den Richtlinien entspricht. Dazu habe ich alle Eingabefelder entfernt, die mit dem Thema Covid-19 und Gesundheit zu tun haben. Außerdem habe ich aus allen Texten und Beschreibungen Andeutungen entfernt, die darauf hindeuten, dass die App als offizielle Kontakt Tracing App im Rahmen von Covid-19 gedacht ist“, erklärt Trauth auf seiner Website. Apple konnte er damit eigenen Angaben zufolge auch „nach mehreren Telefonaten“ nicht überzeugen. Den Quellcode seiner App stellt er Nutzern im Internet nun frei zur Verfügung.

Wer die App bereits geladen hat, kann sie auf dem jeweiligen iPhone und iPad weiterhin nutzen. Auf ein neues Smartphone oder Tablet herunterladen wird man das „Kontakt-Tagebuch“ aber nicht mehr können. Immerhin: Die eingespeicherten Daten lassen sich im CSV-Format exportieren.