Vodafone zum 5G-Ausbau: Wie teuer 5G für den Privatnutzer wird, kann heute niemand sagen

Sebastian Trepesch 5

Die 5G-Auktion ist beendet, die Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland (o2), 1&1 Drillisch und Vodafone haben Frequenzspektrum ersteigert. Vodafone hat in Rekordzeit – werbewirksam – einen 5G-Masten aufgebaut, CEO Hannes Ametsreiter den ersten Videoanruf getätigt. Doch der Netzausbau wird lange dauern. GIGA hat bei Vodafone zum Netzaufbau nachgefragt.

Wegen 5G droht jetzt eine 3G-Abschaltung. Das bedeutet sie für jeden:

3G wird abgeschaltet. Und jetzt?

 

 

Die Fragen von GIGA beantwortet nun der Pressesprecher der Vodafone GmbH, Tobias Krzossa:

Vodafone zahlt für die Nutzungsrechte der Frequenzen 1,9 Milliarden Euro. Wie stark werden die Preise von Mobilfunktarifen für Privatnutzer steigen?

Krzossa: Das kann heute niemand sagen. Fest steht jedoch, dass wir das investierte Geld irgendwie zurückverdienen müssen. Die Preise für Telekommunikation liegen in Deutschland bislang im europäischen Durchschnitt. Die Bürger fordern aber zu Recht ein, dass mehr in schnelle Netze und die digitale Autobahn der Zukunft investiert wird.

Ab wann und wo wird man 5G als Privatkunde bei Vodafone nutzen können?

Krzossa: Zu Beginn wird 5G vor allem ein Netz für die Industrie. Wir arbeiten bereits mit mehreren Industriepartnern zusammen an vernetzten Lösungen für den Straßenverkehr und die Produktion. Die Nutzung im Privatkundenbereich hängt vor allem auch davon ab, wann die entsprechenden Smartphones verfügbar sind. Wir werden hier auch in diesem Jahr an ersten Standorten starten.

Welche Anwendungsfälle sehen Sie, bei denen 5G gegenüber 4G und WLAN Vorteile besitzt?

Krzossa: 5G ermöglicht die Kommunikation in Echtzeit. Das macht sich vor allem beim Internet der Dinge bemerkbar. Wenn Fahrzeuge oder Maschinen Daten verzögerungsfrei austauschen und so optimal aufeinander abgestimmt arbeiten. Autos werden so in Zukunft zum Smartphone auf vier Rädern und warnen sich dann vor Gefahren, die für uns Menschen noch gar nicht sichtbar sind. Zum Beispiel weil sie außerhalb des Sichtfelds sind. Das verhindert Unfälle. Das vermeidet Staus. Und das kann Menschenleben retten. In der Industrie werden Produktionsprozesse noch effizienter, weil ganze Roboterstraßen untereinander Daten austauschen. Privatkunden könnten künftig Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-Anwendungen noch realistischer erleben.

Ein Anwendungsfall für 5G ist das IoT (Internet of Things). Werden Sie Tarife anbieten, die von mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden können?

Krzossa: Das Internet der Dinge wird durch 5G noch weiter gestärkt. Schon heute vernetzt Vodafone weltweit mehr als 80 Mio. Gegenstände per Mobilfunk. Vom Wasserzähler bis zum LKW-Reifen, der sich meldet, wenn er zu platzen droht. Mit 5G wird sich die Anzahl vernetzter Gegenstände noch weiter erhöhen.

Auch wenn Vodafone aktuell auf Technik von Ericsson setzt: Sehen Sie Huawei als zuverlässigen Partner für den 5G-Netzausbau in Deutschland an?

Krzossa: Huawei ist einer von mehreren Anbietern – sowohl von Endgeräten als auch von Netzwerktechnologie.

Mobilfunktarife von Vodafone ansehen *

Bilderstrecke starten
7 Bilder
Mobilfunk-Datenvolumen: Diese Pakete nutzt die GIGA-Redaktion (2018).

Wie stehen der Ausbau von 4G und 5G bei Vodafone in Konkurrenz zueinander? Wird das 4G-Netz erweitert?

Krzossa: Die verschiedenen Technologien müssen sich bestmöglich ergänzen. 5G wird zu Beginn vor allem dort gebraucht, wo die Anwendungen schon bereit stehen: in der Industrie. Parallel forcieren wir den Ausbau der schnellen LTE-Technologie – vor allem in ländlichen Regionen. Allein in diesem Jahr haben wir bereits 1.800 LTE-Bauprojekte realisiert. Bis zum Ende des Geschäftsjahres folgen 3.500 weitere.

Mit 1&1 Drillisch kommt ein vierter Netzanbieter in Deutschland hinzu. Welche Auswirkungen wird das auf den Wettbewerb haben? Befürchten Sie Kundenabwanderung?

Krzossa: Grundsätzlich stärkt Wettbewerb den Markt. Allerdings nur unter fairen Rahmenbedingungen für alle Spieler. Diese fairen Rahmenbedingungen waren bei der 5G-Auktion aus unserer Sicht nicht gegeben.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung