Blizzard hat mit dem Remaster Warcraft 3: Reforged überhaupt nicht den Geschmack der Community getroffen, das musste der Publisher anhand zahlreicher Kritiken leidlich erfahren. Nun kommt das Unternehmen den unzufriedenen Käufern allerdings entgegen und bietet eine Rückerstattung des Kaufpreises an.

Damit dass Warcraft 3: Reforged so schlecht ankommt, hat vermutlich niemand gerechnet, so sollte die Neuauflage einen neuen Meilenstein des Franchises markieren. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, das sieht auch Blizzard ein und bietet den Käufern nun an, das investierte Geld zurückzuerlangen.

Um euer Geld wiederzubekommen, müsst ihr das entsprechende Formular auf der Webseite von Blizzard ausfüllen und euch mit eurem Account einloggen. Einen Grund für die Rückgabe müsst ihr nicht angeben.

Designer Matt Morris entschuldigte sich über Twitter für die nicht erfüllten Erwartungen der Fans und verspricht, Verbesserungen vorzunehmen:

So viel Sympathie ich für Sie und Ihr Team auch habe, es fühlt sich an wie ein Tritt in den Magen. Im Grunde funktioniert bei Reforge nichts. Wir hatten Spaß auf unserem geliebten alten Schlachtfeld mit der wahren klassischen Grafik. Nach der Blizzcon 2018 freuten wir uns enorm. Jetzt bleibt nur Traurigkeit und Wut.“

Es tut uns sehr leid, dass wir eure Erwartungen nicht erfüllen konnten - wir werden hart daran arbeiten, das Spiel zu verbessern. Hoffentlich erfüllen wir eure Erwartungen … Noch einmal, Entschuldigung.

Seid ihr auch unter den unglücklichen Käufern? Was sagt ihr denn zum Spiel? Schreibt uns eure Meinung gerne unterhalb in die Kommentare.

Originalmeldung vom 30. Januar 2020 um 13:06 Uhr:

Warcraft 3: Reforged – Warum Fans des Klassikers die Neuauflage zerreißen

„Warcraft 3, Echtzeitstrategie, so viel Spaß …“ haben die Fans aktuell nicht mit der Neuauflage. Probleme, Beschwerden und Vorwürfe machen die Runde – doch ist das alles gerechtfertigt?

Mit einer Nutzer(!)-Wertung von 1,5 auf Metacritic ist der Release von Warcraft 3: Reforged alles andere als gut gelaufen. Nach den Bildern von der Blizzcon waren die Erwartungen hoch an die Neuinterpretation des Strategie-Klassikers, doch genau diese Erwartungen scheint Blizzard aus Sicht der Fans um Längen verfehlt zu haben.

Warcraft 3: Reforged - Was werfen die Spieler Blizzard vor?

Fangen wir mit dem größten Brocken an: Den nicht erfüllten Versprechen. Einer der größten Aufreger sind die Unterschiede zwischen gezeigten Trailern und dem finalen Spiel. Die auf der Blizzcon 2018 spielbare Demo zeigte die Cutscene der Stratholme-Mission aus ganz neuen Blickwinkeln. Diese fehlen aber in der Release-Version völlig. Ein Vergleichsvideo von IGN zeigt die Unterschiede:

Spieler werfen Blizzard hier „False Advertising“ vor also dass sie ein Bild von ihrem Produkt beworben haben, das es so nicht zu kaufen gibt. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Cinematics und die angekündigten Zusatzinhalte für Figuren wie Jaina oder Sylvanas. Die Cinematics sind „nur“ hochskalierte Versionen der Originale und die Zusatzinhalte wurden gestrichen. Der Fairness halber muss hier gesagt werden, dass Blizzard zumindest die letzten beiden Punkte bereits im Vorfeld bekanntgegeben hat. Diese Entscheidungen sollen sogar auf Wunsch der Fans getroffen worden sein.

Problematisch ist nur, dass all diese Trailer und Demos noch immer das Spiel aktiv bewerben und Spieler, die nicht täglich alle News von Blizzard überprüfen, möglicherweise ein falsches Bild vom Spiel bekommen könnten.

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Spiele, welche die Community spalten
 Auch der Multiplayer macht Probleme

Die Probleme im Multiplayer sind kurz erklärt: keine Clans, keine Ranglisten und keine Turniere. All das fehlt aktuell in Warcraft 3: Reforged, auch wenn es nachgeliefert werden soll. Vor dieser Situation stehen allerdings nicht nur Besitzer der Neuauflage, auch die Spieler des klassischen Warcraft 3 mussten auf die Menüs von Reforged updaten, obwohl sie das Spiel nicht einmal haben wollten. Hinzu kommen Berichte über erhebliche Latenzprobleme bei Multiplayer-Partien, und Custom-Maps, die größer als 256 MB sind, sollen zum Spielabsturz führen.

Apropos Custom-Maps: Einige Posts bezüglich einer Änderung machen den Umlauf, dass nun alle Maps Blizzard gehören. In den Nutzungsbedingungen zum Spiel wird klargestellt, dass Custom-Maps von Blizzard sowohl gelöscht als auch genutzt werden können. Dass die Dinge, die mit den Blizzard-Assets im Editor von Blizzard erstellt werden, auch Blizzard gehören, war allerdings schon immer so.

Die Zukunft von Warcraft 3

Viele Dinge wird Blizzard in der nächsten Zeit sicher patchen können, allerdings ist es fraglich, ob sie sich einen Gefallen damit getan haben, das Spiel so zu veröffentlichen. Die Baustellen scheinen sehr zahlreich zu sein und einiges hätte wohl im Vorfeld schon behoben werden sollen. Ein Strategie-Spiel im Jahr 2020 ohne benutzerdefinierte Hotkeys? Das ist nicht oldschool, sondern zurecht fast ausgestorben.

Wenn all die Bugs und Fehler behoben sind, sollte jedoch ein erneuter Blick auf das Spiel erfolgen. Dass viele Erwartungen anscheinend nicht erfüllt wurden, sagt nur bedingt etwas über die objektive Qualität des Spiels aus. Ob Warcraft 3: Reforged nochmal ein Spiel für die Jahrzehnte wird, dessen „Nebenprodukte“, wie damals wie Dota 2, zu einem Videospiel-Phänomen werden, wird die Zeit zeigen.

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Die Entstehungsgeschichte von World of Warcraft

Was sagt ihr zu den Vorwürfen und bestehenden Problemen? Reagieren die Spieler an einigen Stellen über oder hat Blizzard tatsächlich versucht, sie zu täuschen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare und sagt uns, ob ihr das Spiel jetzt noch kaufen würdet.