Die Deutsche Bank und weitere Geldinstitute stehen in den USA vor einer umfangreichen Strafzahlung. Mitarbeiter sollen geschäftliche Kommunikation über Messenger wie WhatsApp betrieben haben, was den Compliance-Vorschriften widerspricht. Bis zu 200 Millionen US-Dollar könnte die Geldbuße pro Bank betragen.

 
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Banken wegen WhatsApp vor Millionenstrafe

In den USA stehen mehrere Banken kurz vor einer Einigung mit der Börsenaufsicht SEC und der Derivateaufsicht CFTC. Die Deutsche Bank und weitere Institute wie die Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Barclays müssen sich auf eine massive Geldbuße einstellen, die jeweils bis zu 200 Millionen US-Dollar betragen könnte. Seit Monaten untersuchen die Aufsichten, inwieweit WhatsApp bei geschäftlicher Kommunikation genutzt wurde.

Den Compliance-Vorschriften von SEC und CFTC nach müssen Geldinstitute sämtliche Kommunikation ihrer Mitarbeiter archivieren. Allem Anschein nach haben Angestellte im Home-Office zum Teil WhatsApp und Signal verwendet. Das Problem: Die Messenger erlauben es, Nachrichten nach dem Lesen einfach zu löschen.

Die untersuchenden Behörden vermuten zudem, dass die Vermischung von dienstlichen und privaten Apps und Geräten ein mögliches Sicherheitsrisiko darstellt. Hacker könnten sich so leichter Zugang zu Systemen verschaffen. Auch deswegen wird vermutet, dass die Strafzahlungen besonders hoch ausfallen könnten, um eine abschreckende Wirkung zu entfalten.

Im Dezember 2021 hatte sich mit JP Morgan Chase bereits die größte US-Bank außergerichtlich mit der SEC und CFTC auf eine Zahlung von 200 Millionen US-Dollar geeinigt. Es sollen zehntausende Nachrichten nicht archiviert worden sein (Quelle: Handelsblatt).

Im Video: Das sind die besten Alternativen zu WhatsApp.

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WhatsApp: Auch deutsche Finanzaufsicht ermittelt

Auch in Deutschland untersucht die Finanzaufsicht Bafin mögliche Verstöße bei der Kommunikation zwischen Mitarbeitern der Deutschen Bank sowie von der Fondstochter DWS. Für die Bank könnte die WhatsApp-Nutzung entsprechend doppelt teuer werden, falls auch hierzulande ein Bußgeld verhängt wird.