WhatsApp im Visier der Politiker: Sind diese Forderungen noch zu vertreten?

Simon Stich 2

Nach dem Anschlag in Halle fordern mehrere Politiker von CDU und CSU mehr Befugnisse für Sicherheitskräfte im Internet. Dazu sollen Behörden Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten bekommen, die über WhatsApp und andere Messenger verschickt werden. Doch es regt sich bereits erster Widerstand.

Union: WhatsApp-Nachrichten sollen entschlüsselt werden

Wenn es nach der Unionsfraktion im Bundestag geht, dann sollen Messenger-Betreiber wie Facebook gezwungen werden, die Inhalte von einzelnen Nachrichten an die Behörden auszuliefern. Trotz einer mittlerweile verbreiteten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollen auf richterliche Anordnung hin auf Inhalte zugegriffen werden können. Unter anderem Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht hier die bestehenden Regelungen als unzulänglich an, berichtet das ZDF.

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Die Forderung ist als direkte Folge des rechtsterroristischen Angriff auf eine Synagoge in Halle zu sehen. Sicherheitskräfte müssten neue Befugnisse bekommen, meint auch Matthias Middelberg, der als innenpolitischer Sprecher für die Unionsfraktion im Bundestag arbeitet: „Da heute nicht mehr so viel klassisch telefoniert wird, müssen wir eben auch an die Messenger-Dienste, wie zum Beispiel WhatsApp ran.“

Unklar ist derweil noch die konkrete Ausgestaltung. Behörden müssten einen direkten Zugriff auf die Handys der Betroffenen erhalten, da bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch der Betreiber nichts über den Inhalt weiß. Facebook bietet mit WhatsApp und dem Facebook Messenger die beliebtesten Apps in diesem Bereich. Aber auch kleinere Anbieter wie Threema und Telegram dürften davon betroffen sein.

Die besten Tipps rund um WhatsApp findet ihr hier im Video:

WhatsApp: 13 Tipps & Tricks, die du kennen solltest.

Handy-Bestseller bei Amazon*

Zugriff auf Nachrichten: SPD warnt vor Aktionismus

Während einige Politiker von CDU und CSU nach stärkeren Gesetzen rufen, warnt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil vor Aktionismus: „Bevor man gleich wieder hysterisch Gesetze verschärft, sofort den Sicherheitsapparat ausbaut, müssen wir ganz genau hinschauen, was sich am rechten Rand tut.“ Die Wahrung der Privatsphäre sei wichtig und mit einem Einmischen bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht kompatibel.

Was WhatsApp noch besser machen könnte, erfahrt ihr in der Bilderstrecke:

Bilderstrecke starten(14 Bilder)
Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Auch Datenschützer sehen ein Problem der bei der Forderung der Union, da sie schlicht „nicht erfüllbar“ seien, ohne damit die Sicherheit aller Nutzer zu gefährden. Die zuvor von den drei Ländern USA, Großbritannien und Australien geforderte offengelassene Hintertür für Regierungen sei gefährlich, da so auch weitere Akteure in den Besitz sensibler Daten gelangen könnten. Was sagt ihr zu dem Thema?

Hat dir dieser Artikel gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung