Windows 10 auf dem Android-Handy: Hacker schaffen, woran selbst Microsoft scheiterte

Robert Kohlick

Während Microsoft mit Windows bei PCs als Marktführer auftritt, hat das Unternehmen im Smartphone-Bereich eine echte Bruchlandung hingelegt. Ist das das Ende von Windows auf Handys? Mitnichten, denn ein paar findige Modder haben es sich zur Aufgabe gemacht, das OS für Android-Smartphones zu portieren – und können bereits erste Erfolge vorzeigen. 

Windows auf Android-Handys: Modder bringen Desktop-OS auf Smartphones zum Laufen

Bereits im Jahr 2017 stellte Microsoft eine ganz besondere Version von Windows 10 vor, die es Geräten mit ARM-Chips erlaubt, das Betriebssystem zu nutzen. Inzwischen hat das Unternehmen mit dem Surface Pro X einen 2-in-1-Laptop auf den Markt gebracht, der sich genau diese Technologie zu Nutze macht. Auch Entwickler werden dazu angehalten, ihre x86-Apps für ARM-Geräte zu portieren, Microsoft bietet aber auch die Möglichkeit an, entsprechende Programme zu emulieren.

Das ist zwar alles schön und gut, den Smartphone-Markt hat Microsoft in den letzten Jahren nach dem Windows-Phone-Debakel aber sehr stiefmütterlich behandelt. Wenn das Unternehmen hier selbst keine Ambitionen hegt, müssen halt die Modder ran und zeigen, dass es durchaus möglich ist, das Betriebssystem auf Hardware von Android-Smartphones zu nutzen.

Bereits in der Mitte des Jahres gab der Twitter-Nutzer und Entwickler NTAuthority eine erste Kostprobe, indem er zeigte, wie er Call of Duty: Modern Warfare 2 auf seinem OnePlus 6T spielte:

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Und auch das Pixel 3 XL kann bereits mit Microsofts Betriebssystem genutzt werden. Dank des Entwicklers Lemon1Ice gesellen sich zu diesen beiden Android-Geräten zwei weitere Smartphones mit Snapdragon 845: das OnePlus 6 und das Xiaomi Mi Mix 2S. Um das OnePlus 6 zum Laufen zu bekommen, nutzte Lemon1Ice Treiber eines Lenovo-Laptops, dem Yoga C630.

Windows auf dem Android-Handy: Bislang noch wenig praktikabel

Bei der aufgespielten Windows-Version handelt es sich übrigens nicht um eine speziell für mobile Endgeräte angepasste Variante. Demzufolge gestaltet sich die Bedienung des Betriebssystems noch etwas schwierig. Die ganze Handhabung ist für Desktop-Rechner oder Laptops ausgelegt. Symbole und Icons fallen recht klein aus, die Menüstruktur ist klar für die Bedienung mit Maus und Tastatur optimiert.

Es handelt es sich hierbei also bislang eher um eine Machbarkeitsstudie. In der Praxis sind zahlreiche Funktionen noch nicht verfügbar, trotzdem ist es interessant zu sehen, dass die Umsetzung solcher Projekte überhaupt möglich ist.

Wie das ganze funktioniert, wenn das Betriebssystem von Microsoft auch für Mobilgeräte ausgelegt, werden wir wahrscheinlich erst Ende 2020 erfahren. Dann will Microsoft mit dem Surface Duo ein Gerät mit zwei Bildschirmen vorstellen, welches problemlos in die Hosentasche passt:

Surface Duo: Microsofts neues Falt-Smartphone im Vorstellungsvideo.

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