Eine Firma aus Köln hat Schlüssel für Windows 10 viel günstiger angeboten als bei der Konkurrenz. Dann kam die Polizei, um die Büros des Unternehmens zu durchsuchen. Der Vorwurf geht aber noch weiter, wie sich zeigt.

 

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Windows 10 zu günstig angeboten: Hausdurchsuchung folgt

Beim Software-Händler Lizengo stand die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei nicht nur vor der Tür, sondern kurze Zeit später auch in den Büroräumen. Es folgte eine Hausdurchsuchung, die sich auch auf Privaträume der Geschäftsführung erstreckt hat. Hintergrund ist eine Strafanzeige von Microsoft. Lizenzgo habe Aktivierungs-Keys für Windows 10 verkauft, ohne die dafür nötigen Lizenzen zu besitzen. Teilweise sollen die Keys auch mehrfach angeboten worden sein, wie Microsoft bei einer internen Untersuchung festgestellt haben will.

Lizenzgo hat mittlerweile bestätigt, in den Fall involviert zu sein. Man sieht die eigene Rolle aber nicht als Beschuldigte, sondern als Zeugen. Mit den Ermittlungsbehörden werde man kooperieren. In einem Statement gegenüber heise online gab Lizenzgo bekannt: „Wir bestätigen, dass es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gibt. Die Lizengo GmbH & Co. KG ist in diesem Zusammenhang als Zeugin durchsucht worden.“

Windows 10 bei Alternate kaufen

Auch die Staatsanwaltschaft selbst hat bereits ein Statement abgegeben und die Vorwürfe an Lizenzgo bestätigt. Es sollen „im Jahr 2019 in Märkten Produktschlüssel als angebliche ‚Lizenzen‘ für Computerprogramme eines amerikanischen Softwareherstellers verkauft (worden sein), ohne den Käufern ein tatsächliches Nutzungsrecht an den Computerprogrammen eingeräumt zu haben.“ Unter anderem ließen sich Lizenzgo-Schlüssel in Edeka-Supermärkten erwerben.

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Windows 10: Lizenzschlüssel für 40 Euro

Wie sehr Lizenzgo mit seinem Geschäftsmodell die Konkurrenz unterbietet, macht ein Vergleich mit dem Händler Alternate deutlich. Hier werden Aktivierungsschlüssel für Windows 10 Pro ab 140 Euro angeboten, während Lizenzgo lediglich 40 Euro für die Pro-Variante verlangt.

Microsoft ist der Ansicht, dass der Besitz eines Schlüssels für Windows 10 oder andere Produkte nicht gleichbedeutend ist mit einer gültigen Lizenz. Der Aktivierungs-Key würde lediglich dazu dienen, ein erworbenes Nutzungsrecht auch tatsächlich ausüben zu können. Lizenzgo und andere Anbieter sehen das naturgemäß etwas anders.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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