Das beliebte Videoportal YouTube hat in den vergangenen Stunden einige Änderungen beim Umgang von hochgeladenen Videos aktiviert, welche altbekannte Funktionen teilweise stark einschränken. Diese neuen Limitierungen sollen mitunter einen besseren Datenschutz erlauben. Wer genau von diesen Änderungen betroffen ist, erfahrt ihr hier.

 

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YouTube: Neue Richtlinien für Videos, die sich an Kinder richten

Schon im vergangenen September hatte YouTube eine Reihe von Anpassungen angekündigt, um den Schutz von Kindern zu verbessern. Hintergrund sind Vorgaben der US-Handelsbehörde (Federal Trade Commission, FTC), welche etwa vorsehen, dass Videos, die speziell für Kinder erstellt wurden, als solche gekennzeichnet werden müssen. Diese Option zur Markierung eigener Videos war bereits seit November für die YouTube-Filmemacher verfügbar. Als Kind gelten Personen, die jünger als 13 Jahre alt sind. In einem aktuellen Beitrag beschreibt YouTube (via heise) nun die weiteren Änderungen.

Die Filmemacher können dabei selbst entscheiden, ob ein Kanal oder Video speziell für Kinder gemacht ist. YouTube nennt hierfür aber eine Reihe von Beispielen. Kommen im Video etwa bei Kindern beliebte Figuren, Themen, Spielsachen oder Spiele vor, kann dieses Merkmal ausgewählt werden. Darüber hinaus hilft aber auch maschinelles Lernen dabei zu bestimmen, ob Inhalte speziell für Kinder erstellt wurden. Diese automatische Kennzeichnung kann jedoch vom Ersteller geändert werden.

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YouTube: Dies ändert sich bei Inhalten für Kinder

Ist ein Video mit diesem Merkmal versehen, entfällt beispielsweise die personalisierte Werbung. Hinzu kommt, dass auch Kommentare, Live-Chat, Benachrichtigungen, Stories und die Möglichkeit ein Video zu einer Playlist hinzuzufügen bei dem betroffenen Clip nicht mehr verfügbar ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt der Zuschauer des Videos wirklich ist. Die genannten Limitierungen gelten also immer, sobald ein Video „speziell für Kinder“ gemacht wurde. Diese Einschränkungen sorgen bei den Machern nun für Ängste, dass die Einnahmen dieser Videos deutlich zurückgehen werden. Außerdem wird die Datenerfassung und -verwendung laut YouTube eingeschränkt.

Grundlage für diese Änderungen ist das US-Gesetz „Children's Online Privacy Protection Act“, kurz COPPA. Google stimmte im September 2019 einem Vergleich mit der Handelsaufsicht und dem Generalstaatsanwalt von New York zu und musste 170 Millionen US-Dollar Strafe zahlen, nachdem man gegen dieses Gesetz verstoßen hatte. Die neuen Einstellungen sind damit also auch eine Reaktion auf diesen Streit.

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In den kommenden Monaten will man noch weitere Änderungen vornehmen, um den Schutz weiter zu verbessern. Gleichzeitig empfiehlt das Unternehmen Eltern jedoch die Nutzung von YouTube Kids, wenn Kinder Videos ohne Aufsicht ansehen sollen.

Holger Eilhard
Holger Eilhard, GIGA-Experte für iPhone, iPad, Mac und alles andere zum Thema Apple.

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