Zu wenig verkaufte iPhones: Jetzt muss Apple 684 Millionen Dollar an Samsung zahlen

Holger Eilhard 4

Apple muss wegen zu wenig verkaufter iPhones Samsung einen dreistelligen Millionenbetrag bezahlen? Das klingt zunächst kurios. Doch die Begründung ist so einleuchtend wie einfach – die Verträge zwischen den Unternehmen zeichen sich hierfür verantwortlich:

Zu wenig verkaufte iPhones: Jetzt muss Apple 684 Millionen Dollar an Samsung zahlen

Bekannterweise kommen die OLED-Displays im iPhone X und XS von Apples südkoreanischen Lieferanten Samsung. Nachdem Apple die angeforderten Stückzahlen der Displays aufgrund schwächelnder Smartphone-Verkäufe nicht abnehmen konnte, mussten die Kalifornier nun eine hohe Ausgleichszahlung begleichen.

Schleppende iPhone-Verkäufe: Apple muss Zahlung in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro tätigen

Bereits Ende Juni 2019 gab es Berichte darüber, dass Apple bei seinem Lieferanten Samsung einen großen Schuldenberg angehäuft hatte. Wie hoch dieser Berg nun war, zeigte sich in der Vorschau der Quartalszahlen zum 2. Quartal 2019, welche Reuters veröffentlicht hatte (via BGR).

Der Bericht von Reuters spricht von einer einmaligen Zahlung an die Display-Abteilung des Konzerns, welcher die OLED-Panels für Apple fertigt, in Höhe von 800 Milliarden Won, umgerechnet - je nach Umrechnungskurs - rund 684 Millionen US-Dollar beziehungsweise 600 Millionen Euro. Als Grund für diese Zahlung werden die erwarteten und nicht erreichten iPhone-Verkaufszahlen genannt, was wiederum dazu führte, dass Apple die entsprechenden Stückzahlen der Displays nicht abgenommen hatte. Von Samsung selbst gibt es bislang keine offizielle Erklärung der einmaligen Zahlung.

Insgesamt erwarten die Südkoreaner massive Verluste für das zweite Quartal 2019. Die Gewinne sollen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 56 Prozent gefallen sein, während sich die Einnahmen um 4,2 Prozent reduziert haben sollen.

Im iPhone XS und XS Max steckt ein OLED-Display von Samsung:

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Zahlung von Apple an Samsung: So viel sind 684 Millionen US-Dollar

BGR versucht die enorme Zahl mit einem leichter verständlichen Beispiel zu beschreiben. So sollen die 684 Millionen Dollar den Einnahmen entsprechen, die Apple beim Verkauf von fast einer Million iPhones mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 722 Dollar erhält. Dieser Preis stammt aus den Schätzungen des Analysten Neil Cybart von Above Avalon aus Mitte Mai 2019.

Das iPhone 11R wird 2019 noch kein OLED-Display besitzen, dafür aber eine neue Dual-Kamera:

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Im früheren Bericht zu diesen Zahlungen war die Rede davon, dass Apple Samsung weitere Verträge zur Produktion von anderen OLED-Produkten anbieten würde. Weitere Details dazu sind aber nicht bekannt. Aktuell ist die Rede davon, dass Apples kommende iPhones in diesem Jahr wieder mit OLED- und LCD-Technik ausgestattet sein sollen. Erst im Jahr 2020 sollen die neuen Apple-Smartphones vollständig auf OLED setzen.

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